Zum Inhalt springen
natur - Das Magazin für Natur, Umwelt und nachhaltiges Leben
AnmeldenAbonnieren
  • Erde & Umwelt
  • Biologie
  • Nachhaltigkeit
  • Reportagen
  • Rezensionen
  • natur Plus
natur - Das Magazin für Natur, Umwelt und nachhaltiges Leben
  • Erde & Umwelt
  • Biologie
  • Nachhaltigkeit
  • Reportagen
  • Podcast
  • Rezensionen
natur-Newsletter
Aktuelle Nachrichten aus Natur und Umwelt direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • Einzelheftverkauf
  • natur Marktplatz

Unsere Partner

  • Bilddatenbank natur

Info

  • AGB
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen
  • Datenschutzeinstellungen

Kontakt zur Redaktion

naturErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Tel: +49 (0)711 7594-5855
E-Mail: redaktion-natur@konradin.de
Folgen Sie uns
Konradin Mediengruppewissenschaft.dedamals.de
© 2026 natur
Startseite/Biologie/Artikel
PFAS: Mehr Trifluoressigsäure in Regen und Gewässern
Biologie

PFAS: Mehr Trifluoressigsäure in Regen und Gewässern

Die Trifluoressigsäure (TFA) ist das kleinste Molekül der PFAS-Familie – auch diese Säure gehört zu den für Umwelt und Gesundheit schädlichen “Ewigkeitschemikalien”. Doch bisher ist erst in Teilen geklärt, aus welchen Vorläufersubstanzen dieses PFAS-Molekül in Luft und Wasser entsteht. Eine Studie aus…
Autor
Nadja Podbregar
07. Januar 2026
Lesezeit
4 Minuten
Rubrik
Biologie

PFAS, kurz für per- und polyfluorierte Alkylverbindungen, werden nicht umsonst als Ewigkeitschemikalien bezeichnet: Diese fluorhaltigen organischen Moleküle sind nur schwer abbaubar und bleiben über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte in der Umwelt. Sie können sich in Menschen und Tieren anreichern und gesundheitsschädlich wirken. Allerdings umfasst die Stoffklasse der PFAS tausende verschiedene Verbindungen und längst nicht für alle ist bekannt, wie sie entstehen, wie stark sie verbreitet sind und wie sich auf Umwelt und Gesundheit wirken.

Kleinstes PFAS-Molekül im Fokus

Dies gilt auch für die Trifluoressigsäure (C2HF3O2), kurz TFA, das kleinste Molekül der PFAS-Familie. Die starke Säure entsteht als Abbauprodukt unterschiedlicher Vorläufersubstanzen, darunter vor allem Kühl- und Treibmittel wie die Hydrofluorolefine. Diese fluorierten Gase ersetzen heute die klimaschädlichen Hydrofluorkohlenwasserstoffe (HFKW). Im Gegensatz zu diesen zersetzen sich die diese Ersatzgase in der Atmosphäre schnell – werden aber unter anderem zu TFA umgewandelt. “Trifluoressigsäure, die in der Atmosphäre gebildet wird, gelangt schnell in den Niederschlag und von dort in Oberflächengewässer und dann ins Grundwasser”, sagt Seniorautor Stefan Reimann von der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa).

Eine weitere bedeutende Quelle der Trifluoressigsäure ist der Abbau von Pflanzenschutzmitteln in den Böden. Das dort gebildete TFA gelangt meist direkt in die Gewässer. Der finale Anreicherungsort für die persistente fluorierte Säure ist deshalb auch der Ozean. Für Wasserorganismen ist dieses PFAS-Molekül jedoch schädlich und wird wie andere PFAS in der Umwelt kaum abgebaut. In hoher Dosierung ist die Säure beim Einatmen gesundheitsschädlich und verursacht Verätzungen. Wie schädlich die umweltrelevanten TFA-Konzentrationen für Lebewesen und auch für den Menschen sind, ist jedoch noch nicht abschließend erforscht. Einige neue Studien liefern Hinweise auf eine mögliche Langzeit-Toxizität. “TFA ist sehr persistent, akkumuliert sich immer mehr in unserem Wasser und lässt sich kaum wieder entfernen”, sagt Reimann. “Wir sollten daher nach dem Vorsorgeprinzip handeln und den Einsatz der Vorläuferstoffe so gut es geht einschränken.”

Starke Zunahme in Regen und Gewässern

Entsprechend wichtig ist es, möglichst genau zu ermitteln, wie und woraus sich TFA in der Atmosphäre bildet und in welchen Mengen die Substanz in die Gewässer gelangt. Das Team um Reimann und Erstautor Stephan Henne von der Empa hat daher gemeinsam mit dem Schweizer Bundesamt für Umwelt (BAFU) diese Frage untersucht. Das Team wertete dafür über drei Jahre hinweg den TFA-Gehalt von Proben aus Niederschlägen und Oberflächengewässern in der Schweiz aus. Auch archivierte Wasserproben bis zurück ins Jahr 1984 wurden miteinbezogen. Parallel dazu erstellten die Forschenden ein detailliertes Modell des atmosphärischen Eintrags von Trifluoressigsäure. “Wir modellieren die bekannten Vorläuferstoffe von TFA, ihre Abbaupfade und Zwischenprodukte sowie die Deposition der so gebildeten TFA, sowohl über den Niederschlag als auch direkt an Oberflächen”, erläutert Henne. “Wir können damit für jeden Ort in Europa berechnen, wie viel TFA dort in einem bestimmten Monat in die Umwelt gelangt.”

Die Messungen ergaben: Die Konzentrationen der Trifluoressigsäure im Niederschlag und in den Oberflächengewässern haben sich in den letzten Jahrzehnten vervielfacht. “In der Zeit von 2021 bis 2023 lagen die mittleren gemessenen TFA-Werte bei 0,33 bis 0,96 Mikrogramm pro Liter in Niederschlägen und bei 0,33 bis 0,88 Mikrogramm pro Liter in neun Flussproben”, berichtet das Team. “Dies entspricht einem vier- bis sechsfachen Anstieg seit 1996/1997.” Rund 60 bis 70 Prozent dieser PFAS-Kontamination lässt sich dem Modell zufolge durch die Hydrofluorolefine und andere fluorierte Treib- und Kühlmittel erklären. “Da die Nutzung der HFO in Kühl- und Klimaanlagen weiter zunimmt, gehen wir davon aus, dass auch diese TFA-Einträge in Zukunft ansteigen werden”, sagt Reimann.

Allerdings wirft der Abgleich mit dem Modell auch Fragen auf. “Unser Modell erklärt rund zwei Drittel des gesamten gemessenen atmosphärischen Eintrags von TFA”, berichtet Henne. “Demnach gibt es wahrscheinlich weitere Vorläufersubstanzen und Entstehungspfade, die wir noch nicht kennen.” Dafür spricht auch, dass selbst in den historischen Niederschlagsproben TFA enthalten ist, wenn auch in sehr viel geringeren Konzentrationen als heute. Die bekannten Vorläuferstoffe sind aber erst seit den 1990er-Jahren im Einsatz. In Zukunft wollen die Forschenden diese noch unbekannten Vorläufer genauer unter die Lupe nehmen und in ihr atmosphärisches Modell einbauen.

Quelle: Empa – Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt; Fachartikel: Atmospheric Chemistry and Physics, doi: 10.5194/acp-25-18157-2025

PfasSchadstoffTrifluoressigsäureUmwelt

Mehr aus Biologie

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Biologie.

Alle Biologie-Artikel
Weichtier des Jahres 2026: Die Wahl ist eröffnet
Biologie

Weichtier des Jahres 2026: Die Wahl ist eröffnet

15. April 2026

Die Weichtiere (Mollusken) sind eine der vielfältigsten Tiergruppen unseres Planeten. Um dies hervorzuheben, findet alljährlich die Wahl…

Säugetier-Vorfahr legte vor 250 Millionen Jahren noch Eier
Biologie

Säugetier-Vorfahr legte vor 250 Millionen Jahren noch Eier

13. April 2026

Wie pflanzten sich die urzeitlichen Verwandten der Säugetiere fort? Ein 250 Millionen Jahre altes Fossil liefert den ersten direkten Beweis…

AutoNutri – Intelligente Nährstoffüberwachung für nachhaltige Hydroponik
Biologie

AutoNutri – Intelligente Nährstoffüberwachung für nachhaltige Hydroponik

8. April 2026

Vertikale Landwirtschaft und geschlossene Hydroponiksysteme gelten als Schlüsseltechnologien für eine nachhaltige Lebensmittelproduktion.…

Welche Vorteile bieten moderne Solaranlagen 2026?
Biologie

Welche Vorteile bieten moderne Solaranlagen 2026?

4. April 2026

Das Jahr 2026 stellt für die Photovoltaik in Deutschland einen bedeutenden Wendepunkt dar. Wer heute eine Solaranlage auf dem eigenen Dach…

← Zurück zu BiologieZur Startseite