Durch Patientenbroschüren zu leichten Erkrankungen lässt sich die Zahl der Arztbesuche nicht signifikant verringern. Das ist das Ergebnis zweier Studien, die im British Medical Journal veröffentlicht wurden.
Für die erste Studie wurden etwa 4.000 englische Patienten in drei Gruppen eingeteilt. Die erste erhielt eine Broschüre mit Informationen und Verhaltensregeln bei vierzig verbreiteten Gesundheitsproblemen, die zweite eine kurze Abhandlung zu Krankheiten der Atemwege, die dritte ein Faltblatt mit Sprechzeiten. Die meisten Patienten fanden die Informationen zwar hilfreich, die Anzahl der Doktor-Patienten-Kontakte verringerte sich jedoch nicht signifikant.
Die zweite Studie wurde mit etwa 10.000 Patienten in Schottland durchgeführt. Sie bekamen entweder ein Handbuch, das fünfzig verbreitete Gesundheitsprobleme abhandelte, eine Broschüre oder gar nichts. Auch hier hatten die Informationsschriften keinen signifikanten Einfluss auf die Zahl der Arztbesuche.
Der britsche Erstversorgungs-Spezialist Dr. Fitzmaurice ist von den Ergebnissen nicht überrascht. Er glaubt, daß schriftliche Informationen zwar hilfreich sein können, aber eher als Begleitmaterial einer Konsultation.
Frank Eckhardt





