Text: Paula Sträter
Als unvergleichlichen Urwald, der, klein und unbeachtet, wild und wunderbar wuchert, beschrieb der Schriftsteller Siegfried von Vegesack im 20. Jahrhundert Moos in einem Gedicht. Welche spannenden Erkenntnisse die Forschung in den folgenden Jahrzehnten über Moose gewinnen würde, konnte der Schriftsteller noch nicht erahnen. Dennoch erkannte er etwas Besonderes im häufig übersehenen Moos, das mehr kann, als man bei seinem Anblick vermuten würde. Die Vorfahren der Moose waren die ersten Pflanzen der Welt, die vor Hunderten Millionen Jahren den Landgang wagten und so allen anderen Landlebewesen den Weg ebneten. Und auch heute sind Moose von großem Nutzen: Torfmoose speichern in absoluten Zahlen mehr Kohlenstoff in ihrer lebenden und toten Biomasse als jede andere Pflanze. Andere Moose wiederum treiben die medizinische Forschung voran: Werden menschliche Gene ins Moosgenom eingepflanzt, lassen sich aus ihnen menschliche Proteine gewinnen. So könnten in Zukunft therapeutische Proteine hergestellt werden.





