Im Sommer packt viele die Sehnsucht nach Natur, Abwechslung und Abenteuer. Es lohnt sich jedoch, dabei nicht nur auf Schnäppchen und „Instagramability“, sondern auch auf die Umwelt zu achten. Denn sonst beanspruchen wir Klima und Natur, während wir uns erholen. Tourismus war 2019 für rund 8,8 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Zwischen 2009 und 2019 stiegen die Emissionen von 3,7 Gigatonnen Kohlendioxid pro Jahr auf 5,2.
Der Weg ist das Problem
Den größten Anteil an den Emissionen verursachen in der Regel An- und Abreise. Dabei geht es nicht nur um den hohen Energieverbrauch und die entstehenden klimaschädlichen Emissionen. Auch der Verkehr selbst beeinträchtigt die Umwelt: etwa durch Flächenversiegelung, Lärm und die Verdrängung von Tieren aus ihren Lebensräumen, was sich zusammengenommen negativ auf die Biodiversität auswirkt.
Besonders schädlich sind Flugreisen. Pro Person und Kilometer stoßen sie deutlich mehr CO₂ aus als Zug- oder Autofahrten. Neben Kohlenstoffdioxid setzen Flugzeuge aber auch Rußpartikel, Wasserdampf und Stickoxide frei und tragen so zusätzlich zur Erderwärmung bei. Dazu kommt, dass Flüge oft für lange Distanzen genutzt werden und dadurch einen umso höheren Ausstoß pro Reise haben. Trotz dieser Probleme ist Fliegen beliebt. Auch wenn zwischenzeitlich von „Flugscham“ die Rede war, ist die Zahl der Fluggäste nach der Pandemie wieder gestiegen. Im Jahr 2024 flogen beispielsweise 173,7 Millionen Menschen aus Deutschland ins Ausland. Das sind nur 7,8 Prozent weniger als noch vor der Pandemie.
Massentourismus gefährdet die Natur
Ist die Anreise erst einmal geschafft, belastet auch der Aufenthalt am Reiseziel oft die Natur vor Ort. Hotels verbrauchen viel Energie und Wasser und produzieren große Mengen an Müll. Das ist vor allem deshalb problematisch, weil beliebte Reiseziele nicht selten in Regionen mit Wasserknappheit liegen. Das Wasser muss dann aufwendig aufbereitet oder herangefahren werden.
Zudem entstehen viele Unterkünfte eigens für den Tourismus. Dafür werden ökologisch wertvolle Flächen versiegelt und Böden verdichtet, um Gebäude, Parkplätze und Außenanlagen darauf zu errichten. Das nimmt wild lebenden Tieren und Pflanzen ihren Lebensraum und erhöht außerdem die Gefahr für Überflutungen und Überhitzung. In anderen Fällen vermieten Eigentümer Wohnungen an Feriengäste und treiben so die Mieten für die Anwohner in die Höhe. Die Probleme sind besonders gravierend, wenn viele Menschen in die gleiche Stadt oder Region reisen.
Macht der Zug den Unterschied?
Trotz dieser Probleme müssen Urlauber nicht auf ihre Erholung verzichten. Eine umweltfreundliche Reise kann in vielen Fällen sogar entspannter sein. Um bei der An- und Abreise Emissionen zu sparen, ist vor allem die Wahl des Verkehrsmittels entscheidend. Ein Drittel der Kurzstreckenflüge in Europa lässt sich laut einem Report von Greenpeace durch eine Bahnfahrt von weniger als sechs Stunden ersetzen. Wenn alle Reisen innerhalb Europas mit dem Zug unternommen würden, könnte man die Reiseemissionen um 26 Prozent senken. Ähnlich umweltfreundlich ist auch das Auto, allerdings nur, wenn es voll besetzt ist.






