Mit Nitroglycerin kann man nicht nur Häuser in die Luft jagen, sondern auch erfolgreich Frühgeburten verhindern. Das hat eine Studie ergeben, die beim 3. Jenaer Geburtshilfesymposium vorgestellt worden ist.
Insgesamt 84 Schwangeren mit vorzeitigen Wehen hat Ekkehard Schleußner von der Universitätsfrauenklinik Jena entweder ein Nitroglycerinpflaster auf die Haut geklebt oder sie mit üblichen wehenhemmenden Infusionen behandelt. Die Nitroglycerin-Behandlung habe sich dabei dem bisher gebräuchlichen Mittel Fenoterol überlegen gezeigt, so Schleußner: 78 Prozent der Frauen erreichten die 37. Schwangerschaftswoche, unter der bisher üblichen Therapie nur 36 Prozent. Geburtstermin ist normalerweise in der 40. Woche nach der letzten Regelblutung.
Nitroglycerin wird seit langem auch bei Patienten mit Erkrankungen der Herzkranzgefäße verwendet. Der Wirkstoff wandert durch die Haut ins Blut und damit zu den Gefäßen oder der Gebärmutter. Dort bewirkt das Medikament eine Entspannung der Gefäß- oder Gebärmutter-Muskulatur.
Trotz moderner Behandlungsmethoden kommen in Deutschland etwa sieben Prozent der Kinder vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt. Ursachen sind ungesunde Lebensweise der Mütter, Infektionen während der Schwangerschaft oder psychische Belastungen. Außerdem seien die werdenden Mütter älter als früher, so Schleußner.
Dr. Thomas Meißner





