Ein neues Mess-System, das den Augeninnendruck ständig erfasst, hilft bei der Behandlung von Patienten mit grünem Star. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme (IMS) entwickelten ein künstliches Linsenimplantat, das einen Mikrochip mit Drucksensor enthält. Die im Auge gemessenen Werte lassen sich in der Arztpraxis an einem PC auslesen.
“Der Augeninnendruck sollte kontinuierlich gemessen werden, da er sich zeitlich verändert. Diese Schwankungen zur Tages- und Nachtzeit werden jedoch von den bisherigen Messmethoden kaum berücksichtigt”, erklärt Gerd vom Bögel vom IMS. Das neue Linsenimplantat wird bei einer Operation ins Auge des Patienten eingesetzt. Ein Mikrochip ermittelt laufend den aktuellen Augendruck und leitet ihn an ein Lesegerät weiter. Dies ist unauffällig in den Rand einer Brille integriert.
Ein tragbares Gerät sammelt die Messwerte. Das System kommt dabei ohne Stromquelle aus. Die notwendige Energie erhält es über eine Antenne vom externen Lesegerät. Die Forscher testen die Implantate derzeit an Tieren. Eine Humanstudie an der Augenklinik der Universität Köln soll folgen.
Der grüne Star (Glaukom) ist in den Industrieländern eine der häufigsten Ursachen für das Erblinden. Es handelt sich dabei nicht um eine einzelne Krankheit, sondern um eine Gruppe von Augenkrankheiten. Sie haben ein gemeinsames Merkmal: eine fortschreitende Schädigung des Sehnervs auf Grund erhöhten Drucks im Augeninnern. Bei frühzeitiger Erkennung und Behandlung des grünen Stars muss er jedoch weder zur Erblindung noch zu einer schweren Beeinträchtigung der Sehkraft führen.
Almut Bruschke-Reimer





