Wissenschaftler von der John-Hopkins-Universität in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland haben ein neues Malariamedikament entwickelt. Der Wirkstoff Carboxylphenyltrioxan sei wasserlöslich und könne daher sowohl geschluckt als auch intravenös verabreicht werden, berichteten die Forscher um Gary Posner von der Krieger School of Arts and Sciences beim Jahrestreffen der American Chemical Society.
Tierversuche hätten eine gute Effektivität und Verträglichkeit des Medikamentes ergeben. Die Entwicklung des Wirkstoffes geht auf die Arbeit chinesischer Chemiker zurück, die bereits vor 30 Jahren den pharmakologisch wirksamen Bestandteil des Chinesischen Beifußes (Artemisia annua) isoliert haben.
Der Bitterstoff Artemisinin setzt beim Zusammentreffen mit dem Malaria-Erreger Sauerstoffradikale frei, die den Erreger zerstören. Die Chinesen setzen das pflanzliche Arzneimittel als Anti-Malaria-Mittel ein. Carboxylphenyltrioxan ist dagegen ein rein synthetisches Medikament, welches demnächst an größeren Tieren und Menschen getestet werden soll. Die Forschungsergebnisse von Posner und seinen Mitarbeitern sollen auch in der September-Ausgabe der Zeitschrift Journal of Medicinal Chemistry veröffentlicht werden.
Jährlich infizieren sich 300 bis 500 Millionen Menschen weltweit mit dem Malariaerreger, der durch die Anopheles-Mücke übertragen wird. 1,5 bis 3 Millionen Menschen sterben jedes Jahr an der Krankheit. Ein Problem bei der Therapie sind die zunehmenden Resistenzen der Erreger gegen die bisher üblichen Arzneimittel.
Dr. Thomas Meißner





