Ein neue Glassorte erlaubt es, empfindliche Biomoleküle, wie Enzyme, schon bei Raumtemperatur in Glas einzubetten, sodass sie nicht durch Hitze zerstört werden. Aus dem neuen Material könnten Biosensoren oder auch bioaktive optische Elemente gebaut werden. Das ist das Fazit einer Veröffentlichung im Fachblatt Journal of Physics: Condensed Matter.
Bislang konnten empfindliche Biomoleküle, wie Proteine, Antikörper oder Enzyme, lediglich in niedrigschmelzende Kunststoffe eingeschlossen werden. Glas eignete sich nicht als Schutzhülle, da es zum Schmelzen erhitzt werden muss und die Hitze die Biomoleküle zerstört.
Jacques Livage von der Universität Paris ist es nun gelungen ein neues Glasmaterial herzustellen, dass bei Raumtemperatur einerseits noch flüssig ist , andererseits aber auch aushärten kann. Solche Sol-Gele gibt es bereits seit einigen Jahrzehnten. Livage konnte sein Material jedoch so optimieren, dass Antikörper, Enzyme, Eiweisse und sogar Zellen darin eingeschlossen, ihre biologische Aktivität behalten. Das Glas kann in jede Form gebracht werden ? als Scheibchen, Kugel oder Plättchen.
Diese Bio-Glas-Kapsel könnte künftig für Biosensoren verwendet werden, die zum Beispiel Schadstoffe messen können. Da das Glas transparent ist, ist es möglich daraus optische Elemente zu bauen, die biologisch aktiv sind. Damit eröffnet das Glas völlig neue Möglichkeiten, deren Anwendungen noch nicht absehbar sind.
Susanne Donner





