Das erklärt allerdings nicht die vermehrt aufgefundenen toten Vögel. Sie wurden im Labor auf Krankheitserreger untersucht. Und nun haben Hamburger Wissenschaftler des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNI) in den Organen einer toten Amsel aus dem hessischen Birkenau das gefährliche tropische Usutu-Virus nachgewiesen. Ob das Massensterben der Vögel durch das Usutu-Virus ausgelöst wurde, ist damit allerdings noch nicht erklärt.
Im letzten Jahr hatten die Hamburger Forscher das Virus, das aus Afrika stammt, erstmals in einer deutschen Stechmücke entdeckt. Es ist also kein reines Vogelvirus und kann über Mückenstiche auf den Menschen übertragen werden. Der Fund des Usutu-Virus in einer toten Amsel ist alarmierend, weil diese Viren auch Menschen befallen können. Bislang wurde in Deutschland aber keine Infektion an Menschen diagnostiziert. Im Herbst 2009 war erstmals Usutu-Fieber bei Patienten in Italien diagnostiziert worden. Schwere Verläufe wurden bei immungeschwächten und älteren Menschen beobachtet. Die Infektion geht mit Fieber, Kopfschmerzen und Hautausschlägen einher und kann im schlimmsten Fall eine Gehirnentzündung (Enzephalitis) auslösen.
Nach dem aktuellen Befund aus Hamburg wurde nun umgehend das Gesundheitsministerium in Baden-Württemberg informiert.
Der NABU rät in jedem Fall auf das Füttern und Bereitstellen von Wasser zu verzichten, um eine Ausbreitung der Infektion zu bremsen. Das Füttern der Vögel in dieser Jahreszeit ist sowieso unnötig, da die Tiere in der Natur ausreichend Futter finden.





