In fünf Minuten detaillierte Bilder
Eine neue Röntgentechnik könnte künftig vor allem schwer verletzten Unfallopfern das Leben retten. Eine so genannte Mehrzeilen-Spiral-Computertomographie ermögliche binnen fünf Minuten eine detaillierte Darstellung des ganzen Körpers, erläuterte der Direktor des Instituts für Diagnostische Radiologie der Universität Erlangen, Prof. Werner Bautz, in Erlangen. Rund 400 Experten aus ganz Europa wollen von diesem Freitag (12. Januar) an zwei Tage lang ihre Erfahrungen mit der neuen Technik austauschen. Das Gerät war vor gut einem Jahr an Krankenhäusern eingeführt worden und ist mittlerweile weltweit an etwa 1000 Kliniken in Gebrauch.
“Damit kommt der Patient bis zu einer halben Stunde früher in den OP – das kann bei inneren Verletzungen lebensrettend sein”, betonte der Mediziner. Die Bilder werden bei der neuen Technik so schnell aufgenommen, dass selbst bewegte Organe wie Herz und Lunge scharf abgebildet werden. Auch die Auflösung der Bilder sei wesentlich höher und besser als bei bisherigen Computertomographen, erläuterte Bautz.
Die aufgenommenen Schichten seien mit rund einem Millimeter Stärke acht Mal dünner als bisher. “Das bietet völlig neue Chancen etwa bei der Herz- wie auch bei der Tumordiagnostik.” Unter anderem könne mit der neuen Technik bei bestimmten Krebsarten erstmals festgestellt werden, ob der Tumor überhaupt operativ sei. “Damit kann dem Patienten eine überflüssige Operation erspart werden.”
Auch in der Herzdiagnostik eröffne das Gerät neue Wege. Bisher wurden Arterienverkalkungen durch einen in die Arterie eingeführten Katheter – der aufwendigen Angiographie – untersucht. Jetzt genüge eine fünfminütige Untersuchung im Computertomographen. Die Strahlenbelastung liege bei der neuen Methode sogar um bis zu 40 Prozent unter der Dosis der bisherigen Methode. “Ein CT wird man aber nur bei wirklich ernstlichen Erkrankungen machen”, betonte Bautz.
dpa





