Der aggressive pilzähnliche Erreger “Phytophthora infestans”, auch “Später Fluch” genannt, könnte Russland eine große Kartoffelkrise bringen. Um eine Hungersnot zu verhindern, versorgen Wissenschaftler der Cornell University Russland nun mit der Kartoffelsorte “New York 121”, die dem Erreger gegenüber resistent ist. Das berichtet der Nachrichtendienst Newswise.
“Die Bedrohung durch den Erreger ist für Zentral und Osteuropa noch immer sehr groß”, meint Alexei V. Filippov, vom All Russian Institute of Phytopathology auf einem Treffen internationaler Agrarwissenschaftler in Warschau, Polen. Es ist geplant die resistente Kartoffelsorte “New York 121” zunächst in St. Petersburg und Moskau zu testen, um die Saat dann registrieren zu lassen und sie schließlich an die kleinen Kartoffelfarmer zu verkaufen.
Doch die Kaufkraft der vielen russischen Kleinfarmer, die sich fast ausschließlich von der eigenen Kartoffelernte ernähren müssen, ist gering. Sie werden sich wohl auch in Zukunft weder Pestizide noch das registrierte Saatgut leisten können, wenn nicht ausländische Unterstützung hinzukommt.
Die Kartoffelsorte “New York 121” wurde bereits vor 30 Jahren aus einer Kartoffelsorte in den Anden gezüchtet. Sie ist klein und weiß und ist sowohl resistent gegenüber dem Späten Fluch, als auch gegenüber anderen Arten von Pest.
Phytophthora infestans ist nicht unbekannt. Lange Zeit dachten Forscher, dass er im 19. Jahrhundert für die große Kartoffel-Hungersnot in Irland verantwortlich war. Bereits jetzt werden vier Millionen Tonnen Kartoffeln, das heißt über 10 Prozent der russischen Gesamtproduktion, jährlich durch den Erreger vernichtet. Russland ist nach China der zweitgrößte Kartoffelproduzent weltweit.
Birgit Kahler





