Wie die Studie der Forscher um Alexander Riedel vom Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe zeigt, ist Sulawesi geradezu eine Schatzinsel für Entdecker der Artenvielfalt. Viele Insekten, die in den dortigen Regenwäldern leben, sind bis heute unerforscht geblieben, sagen die Biologen. Dies war ihren Entdeckungen zufolge eindeutig bei den Rüsselkäfern der Gattung Trigonopterus der Fall. Vor den Untersuchungen war nur eine einzige Art dieser nur zwei bis drei Millimeter großen Krabbler von der Insel bekannt.
Eine Schatzinsel unentdeckter Artenvielfalt
“Von den benachbarten Inseln Neuguinea, Borneo und Java kannten wir Hunderte von Arten dieser Gattung – warum sollten also ausgerechnet auf Sulawesi mit seinen üppigen Lebensräumen keine Vertreter dieser Gattung zu finden sein?”, sagt Riedel über die Motivation zu der Fahndung. In den vergangenen Jahren konnten er und seine indonesischen Kollegen nun tatsächlich zeigen, dass es auch auf Sulawsi von verschiedenen Arten dieser Rüsselkäfer geradezu wimmelt: Sie entdeckten 103 neue Spezies, die sie nun präsentieren.
“Unsere Bestandsaufnahme ist noch nicht abgeschlossen und möglicherweise haben wir gerade erst die Oberfläche angekratzt. Sulawesi ist geologisch sehr komplex und viele Gebiete wurden noch nie auf kleine Käfer untersucht,” sagt Co-Autor Raden Pramesa Narakusumo vom indonesischen Forschungszentrum für Biologie in Jakarta. Er freut sich über die internationale Zusammenarbeit, die zur Aufklärung der biologischen Vielfalt Indonesiens beiträgt.
103 Namen waren gefragt
Wie die Biologen berichten, standen sie im Rahmen ihrer Studie auch vor der Aufgabe, die 103 neu entdeckten Arten zu taufen. Während einige schlicht nach ihren Fundorten oder charakteristischen Merkmalen benannt wurden, zeigten sich die Biologen bei einigen kreativ: Eine kleine, grünliche, waldbewohnende Art benannten sie passend nach der Star-Wars-Figur Yoda. Bei einer Gruppe von drei Arten kamen ihnen hingegen berühmte Figuren aus der französischen Comic-Heftreihe „Asterix“ in den Sinn: Trigonopterus obelix ist der „dicke“, Trigonopterus asterix der mittelgroße und der kleinste des Käfer-Trios ist nach dem Hund Trigonopterus idefix benannt.
Auch die griechische Mythologie stand Pate: Weitere Käfer bekamen die Namen T. artemis und T. satyrus nach der Göttin der Jagd und Natur Artemis, und nach Satyr, dem männlichen Naturgeist, der entlegene Orte bewohnt. Vier der neu beschriebenen Arten sind außerdem großen Biologen gewidmet: Dem Begründer der Evolutionstheorie Charles Darwin, Paul D. N. Hebert, der das “DNA-barcoding” zur Bestimmung von Arten eingeführt hat, sowie Francis H. C. Crick und James D. Watson, die maßgeblich an der Entdeckung der Struktur der DNA beteiligt waren.





