Eine nicht genau identifizierte Erkrankung des Gehirns, die bereits 35 Todesopfer und Dutzende schwer Erkrankte in dem indischen Staat West-Bengalen forderte, versetzt derzeit die Bewohner der Stadt Siligari in Panik. Unter den Opfern befinden sich, wie der amerikanische Discovery Channel berichtete, auch ein anerkannter Kardiologe und mehrere Krankenschwestern, die zur Betreuung der Erkrankten eingesetzt waren.
Als erwiesen gelte bislang, dass die Infektion von Stechmücken verbreitet wird und der Japanischen Enzephalitis, einer Viruserkrankung des Gehirns und der Gehirnhäute, ähnelt. Die Japanische Enzephalitis äußert sich bei den Betroffenen zunächst mit hohem Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit und Nackensteife und führt bei etwa 30 Prozent der Infizierten zum Tod. Überlebende der Krankheit müssen mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 bis 85 Prozent mit neurologischen Folgeschäden rechnen. Der Erreger wird von Schweinen, die selbst nicht erkranken, durch Stechmücken auf Menschen übertragen. Er hat in der Vergangenheit in Asien schon zu Massenschlachtungen von Schweinen geführt, um ausgebrochene Epidemien zu stoppen.
Einige Ärzte halten eine Form der Japanischen Enzephalitis für möglich, da in der Umgebung betriebener Reisanbau ideale Brutbedingungen für Stechmücken biete und zahlreiche Schweinefarmen ausreichend Wirte für das Virus bereitstellten. Indische Experten und eine Kommission der WHO sind vor Ort eingetroffen und amerikanische Labors sind mit der Analyse von Blutproben beauftragt. Bis endgültige Ergebnisse vorliegen, sehen sich die Behörden und Bewohner der Stadt einer mysteriösen Krankheit ausgesetzt, die das öffentliche Leben fast vollständig zum Erliegen gebracht hat.
Marion Herzog





