Eine ungewöhnliche Methode zur Bestimmung der Artenvielfalt von Pflanzen in Wäldern haben Forscher der Universität Göttingen entwickelt: Sie analysieren die Lücken in den Kronendächern der Wälder. Das Team um Stephan Getzin kam auf diese Idee, als die Forscher mit unbemannten Drohnen Luftbilder von Laub- und Mischwäldern in Thüringen und auf der Schwäbischen Alb auswerteten. Denn es zeigte sich, dass zwischen der Form der Lücken im Kronendach und der Artenvielfalt von Pflanzen auf dem Waldboden ein starker Zusammenhang besteht. Je unregelmäßiger die Lücken sind, desto mehr verschiedene Gewächse gibt es dort. „Das liegt daran”, erklärt Getzin, „dass diese Lücken viele verschiedene Lichtnischen für unterschiedliche Arten ermöglichen.”
Die Ergebnisse der Studie belegen, dass die Biodiversität in Wäldern nicht nur von der Menge, sondern auch von der Art des einfallenden Lichts abhängt. Die Wissenschaftler gehen aufgrund ihrer Beobachtung davon aus, dass der Artenreichtum gefördert werden kann, wenn man bei der Holzentnahme gezielt Lückenstrukturen schafft.





