Für Millionen Frauen mit Blasenschwäche oder Harninkontinenz gibt es neue Hoffnung. Die Universität Göttingen und die Freie Universität Berlin wollen in einer gemeinsamen Studie ein neues Verfahren testen, das den Betroffenen Hilfe bringen könnte. Bei der Methode handele es sich um ein spezielles Beckenbodentraining mit niederfrequenten Schwingungen, teilte die Universität Göttingen am Montag mit. Dieses Verfahren zur Stärkung der Muskulatur sei bereits in anderen Bereichen mit Erfolg angewendet worden.
Bundesweit leiden nach Angaben der Göttinger Hochschule rund fünf Millionen Frauen unter Harninkontinenz. Gründe dafür seien häufig eine Senkung des Beckenbodens nach Geburten oder Bindegewebsschwäche. Mit dem neuen Verfahren solle die Beckenbodenmuskulatur gezielt gestärkt werden.
Für das Training wird ein Apparat eingesetzt, der mit niederfrequenten Schwingungen mechanisch aktive Muskelanspannungen erzeugt. Mit Hilfe dieser Methode könne der Beckenboden sehr viel intensiver trainiert werden als mit herkömmlichen krankengymnastischen Übungen, sagte Professor Günter Emons, der Leiter der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe am Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen.
Bei der Behandlung müssen sich die Patientinnen auf eine Platte stellen, die mit wechselnden Frequenzen unterschiedlich schnell vibriert. Diese Stimulation wird über die Beine bis in die Beckenbodenmuskulatur weitergeleitet. Im Rahmen der Studie sollen die betroffenen Frauen ein bis zwei Mal pro Woche über einen Zeitraum von etwa sechs Monaten trainieren.
Bei Sportlern sei das Verfahren bereits erfolgreich zur Stärkung der Bein-, Arm- und Rückenmuskulatur eingesetzt worden, berichtete eine Hochschulsprecherin. Die Göttinger und Berliner Wissenschaftler wollen die Methode nun erstmals an der Beckenbodenmuskulatur erforschen.
dpa





