Wissenschaftlern ist es gelungen, das Genom der Stechmücke Anopheles gambiae, dem Überträger von Malaria, vollständig zu entschlüsseln. Mit diesem Wissen könnten einmal wirksamere Insektenvernichtungsmittel und bessere Impfstoffe gegen Malaria entwickelt werden, berichten mehrere internationale Forschergruppen in der Fachzeitschrift “Science” (Ausg. 297, Nr. 5591).
Die genaue Kenntnis des Genoms könnte die Frage beantworten, warum der Malariaerreger der Anopheles-Mücke keinen Schaden zufügt, beim Menschen jedoch eine tödliche Krankheit auslöst. Auf dieser Basis können Impfstoffe entwickelt werden, gegen die der Erreger nicht resistent werden kann. Außerdem könnten Forscher den Geruchsinn der Mücken genetisch verändern, damit sie Menschen nicht mehr als Beute wahrnehmen.
Die Forscher verwendeten die sogenannte “shotgun”-Methode, um das Genom zu sequenzieren. Dabei wird die vollständige DNA in viele Einzelteile zerlegt und entschlüsselt.
Zur gleichen Zeit veröffentlichten amerikanische und englische Forschergruppen in der Fachzeitschrift “Nature” das vollständig entzifferte Genom des Erregers der gefährlichsten Form der Malaria, Plasmodium falciparum. Wissenschaftler können jetzt die krankheitsauslösenden Gene identifizieren, um gezielt Impfstoffe zu entwickeln.
Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge breitet sich Malaria immer weiter aus. Mehr als 500 Millionen Menschen sind bereits erkrankt. Außerdem verlieren die üblichen Medikamente zunehmend an Wirksamkeit, da viele Erreger inzwischen resistent sind. Ärzte und Wissenschaftler hoffen, dass durch die Entschlüsselung des Genoms die gesundheitliche Situation der Bevölkerung in den Malaria-Gebieten verbessert werden kann.
ddp/bdw – Teresa Baethmann





