Ob im Ozean, in Seen oder Flüssen: Unser Plastikmüll hat inzwischen alle Gewässer erreicht. Allein der große Meeresstrudel im Pazifik, der “Great Pacific Garbage Patch” enthält mehr als 1,8 Billionen Plastikteile – 250 für jeden Erdbewohner. Und die Menge Plastikmüll, die durch uns jedes Jahr neu in den Ozean gelangt, entspricht 15 großen Tüten auf jedem Meter Küste weltweit. Längst durchdringt Mikroplastik heute die marinen Nahrungsnetze und Millionen Tiere sterben einen qualvollen Tod, wenn sie Tüten, Verpackungen oder Feuerzeuge mit ihrer natürlichen Nahrung verwechseln oder sich am Müll strangulieren.
Gegen den Plastikmüll
Weltweit versuchen inzwischen Forscher, Umweltorganisationen und Initiativen Einzelner, gegen die zunehmende Vermüllung der Meere vorzugehen. Der wichtigste Weg dahin ist natürlich die Vermeidung neuen Plastikmülls, aber auch gegen die schon bestehende Verschmutzung der Gewässer lässt sich etwas tun. Eine Möglichkeit ist das Müllsammeln in großem Stil, wie es im Rahmen des Projekts “The Ocean Cleanup” im Pazifik geplant ist. Mit einer langen, biegbaren Barriere sollen dabei schwimmende Plastikteile im Müllstrudel eingefangen und aufgenommen werden.
Doch auch jeder Einzelne kann beim “Meeresputz” mitmachen: Schon seit mittlerweile gut 30 Jahren ruft die Meeresschutzorganisation Ocean Conservancy alljährlich zu einem gemeinschaftlichen Großreinemachen an Ständen und Ufern weltweit auf – dem International Coastal Cleanup Day. Im vergangenen Jahr sammelten über eine halbe Million Freiwillige aus 112 Ländern mehr als 8346 Tonnen Abfälle von Stränden, aus dem Meer, aber auch aus Flüssen und Seen.
Auf zum Küstenputz!
Auch in Deutschland gibt es Gelegenheit, sich an der Aktion zu beteiligen. Zum Küstenputztag am 15. September starten Sammelaktionen in ganz Deutschland, um Strände, Küsten und Gewässer vom (Plastik-)Müll zu befreien. Noch bis Anfang Oktober laden die Naturschutzorganisation NABU und andere Gruppen dazu ein, gemeinsam Küstenabschnitte an Nord- und Ostsee, aber ebenso Ufer von Seen und Flüssen von Abfällen zu befreien. Im vergangenen Jahr sammelten allein die NABU-Aktiven mehr als 2250 Kilogramm Müll.
Und es lohnt also, denn längst ist das Problem auch in Deutschland angekommen. Allein an den Stränden der Nordsee liegen nach Schätzungen der Umweltorganisation durchschnittlich 389 Müllteile pro 100 Meter. Auf der Internetplattform www.gewaesserretter.de findet sich eine Übersicht, wo Müllsammelaktionen stattfinden. Auch eigene Projekte und Vorschläge können dort eingetragen werden. Die Seite informiert zudem, wo Plastikmüll beseitigt wurde und zeigt, wie jeder selbst dazu beitragen kann, das Müllaufkommen zu reduzieren.





