Mitmachen an der bundesweiten Volkszählung unter unsereren Vögeln können alle, man muss kein Vogelspezialist sein. Denn im Mittelpunkt der Aktion stehen vertraute und oft weit verbreitete Vogelarten wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen. Außerdem stellt der Naturschutzbund Deutschland (NABU) für die Aktion eine Zählhilfe sowie Porträts der häufigsten Vogelarten zum Download zur Verfügung.
Und so funktioniert es: Von einem ruhigen Beobachtungsplätzchen im eigenen Garten oder einer anderen Stelle in Dorf oder Stadt aus gilt es, von jeder Art die höchste Anzahl zu notieren, die innerhalb einer Beobachtungsstunde gleichzeitig zu beobachten ist. Wann man sich diese Stunde Zeit nimmt, bleibt jedem selbst überlassen. Die festgestellten Anzahlen können dann bis 16. Januar im Internet gemeldet werden.
Rätselhaftes Fehlen am Futterhaus
Die winterliche Vogelzählung könnte auch helfen, eine offenen Frage zu klären: In den letzten Monaten wurde häufiger berichtet, dass die zu dieser Jahreszeit üblichen Vögel am Futterhäuschen oder im Garten fehlten. Tatsächlich ergaben erste Auswertungen von gesammelten Beobachtungen, dass einige Arten wie Kohl- und Blaumeisen, aber auch Eichelhäher und Amseln in diesem Jahr deutlich weniger häufig beobachtet werden.
Der Grund dafür ist bisher unklar. Einen Zusammenhang mit der Vogelgrippe hält der NABU eher für unwahrscheinlich, weil Singvögel nicht von der Geflügelpest befallen werden. “Erst die große und bundesweit durchgeführte ‘Stunde der Wintervögel’ wird klären können, ob es in diesem Winter wirklich außergewöhnlich wenige Gartenvögel gibt”, sagt NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. “Die gesammelten Meldungen werden uns auch verraten können, welche Vogelarten und welche Regionen besonders betroffen sind und damit wertvolle Hinweise auf mögliche Ursachen liefern.”
Denkbar wäre, so Lachmann, ein geringerer Zuzug von Vögeln aus dem Norden und Osten oder dass viele Vögel aufgrund des bisher sehr milden Winters auch außerhalb der Gärten noch viel Nahrung finden. Genauso sei es aber auch möglich, dass heimische Gartenvögel im vergangenen Jahr besonders wenige Jungvögel aufgezogen haben.

Vogelbeobachtung im Winter – die ganze Familie kann mitmachen (Foto: Frank Hecker)





