Wer sich das Rauchen abgewöhnen will, könnte in Zukunft zum Gentest greifen, um für sich die beste Methode herauszufinden. Britische Mediziner konnten mit Hilfe des Tests voraussagen, welchem Raucher ein Nikotinpflaster helfen würde und bei wem die Dopaminproduktion angeregt werden müsste. Das Geheimnis des erfolgreichen Nichtrauchens, so die Forscher, liegt nämlich im Gehirn, genauer gesagt im Dopaminstoffwechsel – im so genannten Nucleus Accumbens – und den Genen, die für ihn zuständig sind. In diesen Genen, die zwei Enzyme des Stoffwechsels beeinflussen, finden häufig Mutationen statt, sagt Robert Walton von der Oxford University. Diese Mutationen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass jemand raucht und sogar dass er häufig zur Zigarette greift. Betroffen sind davon 30 bis 40 Prozent der Menschen.
Nikotin regt die Produktion des so genannten “Glückshormons” Dopamin an. Menschen mit einer Genmutation in diesem Bereich verarbeiten das Dopamin schneller als andere, so Walton, so dass sie mehr rauchen müssen, um normale Dopamin-Mengen aufrecht zu erhalten. Tatsächlich gehören starke Raucher im Vergleich zu Nichtrauchern mit zwei- bis dreifacher Wahrscheinlichkeit zu dieser Gruppe. Sie würden von Rauchentwöhnungstherapien profitieren, die die Dopaminproduktion anregt, so die Forscher. Menschen ohne die Mutation hingegen gehören eher zu den “schnellen Nikotin-Verarbeitern”, ihnen gelingt das Abgewöhnen mit Nikotinpflastern.
Mit Hilfe des Gentests konnte Waltons Team bei 800 rauchenden Testpersonen voraussagen, wer mit den Pflastern Erfolg haben würden und wer nicht. Der Test könnte nach ihrer Einschätzung in zwei bis drei Jahren im Handel sein.
Dörte Saße und NewScientist





