Die Ausbreitung kleiner Ameisenarten bedroht den Bestand einiger Pflanzen. Grund dafür ist, dass kleinwüchsige Ameisen wie die Argentinische Ameise oder die Feuerameise schwere Pflanzensamen nicht über längere Strecken transportieren können. Pflanzen, die auf starke Ameisen angewiesen sind, werden dadurch nur noch unzureichend verbreitet. Das entdeckte ein Forscherteam unter der Leitung von Joshua Ness von der Universität in Tucson (Arizona). Die Wissenschaftler hatten 57 Ameisenarten aus sechs Kontinenten untersucht und berichten über ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Ecology (Maiausgabe).
Viele Pflanzenarten verlassen sich bei der Verbreitung ihrer Samen auf die Hilfe von Ameisen. Als Anreiz dient den Ameisen ein schmackhaftes und nährstoffreiches Anhängsel der Samen, das so genannte Elaiosom. Je weiter dabei die Samen von der Mutterpflanze weggetragen werden, desto schneller kann sich die Pflanze über ein größeres Gebiet ausbreiten.
Diese Kooperation zwischen den Ameisen und den Pflanzen wird jedoch zunehmend von fremden Ameisenarten gestört, die aus anderen Regionen einwandern oder eingeschleppt wurden. Viele der neuen Arten sind kleiner und nicht so kräftig wie die einheimischen Ameisen. Die Folge: Sie können die schweren Samen nur über kurze Distanzen tragen. Selbst kleine Größenunterschieden hätten starke Auswirkungen auf die Pflanzengesellschaften, denn oft transportieren die kleinen Ameisen die Samen erst gar nicht zu ihrem Nest, erklärt Ness. Die Tiere fressen die Elaiosomen an Ort und Stelle und lassen die Samen dann einfach liegen. Die Pflanzensamen werden dann oft von Nagetieren gefressen.
So verdrängte die Argentinische Ameise in Südafrika die einheimischen Ameisenarten. Das führte zu einer reduzierten Zahl von Sämlingen, die sich bei den beobachteten Pflanzen ausschließlich in der Nähe der Mutterpflanze befanden. Nun möchte sich das Forscherteam mit der Frage beschäftigen, ob sich die zugewanderten Arten noch in anderen Punkten von den heimischen unterscheiden und wie sich diese Unterschiede auf die Ökosysteme auswirken.
ddp/bdw ? Oliver Schmid





