Die Anreicherung von Mikroplastik in Böden und Gewässern ist längst ein weltweites Umweltproblem: Nicht nur in den Weltmeeren schwimmen jede Menge dieser winzigen Kunststoffpartikel – auch Flüsse, Seen und andere Süßgewässer sind kontaminiert. Das Plastik lässt sich dabei sowohl im Wasser als auch in den Sedimenten nachweisen. Welche Folgen diese Verschmutzung für die dort lebenden Tiere hat, ist bisher weitgehend unbekannt. Zwar legen Laborexperimente nahe, dass die Aufnahme von Mikroplastik zumindest manchen Sedimentbewohnern schaden kann. Wie sich die langfristige Belastung jedoch in der Realität auf unterschiedliche Spezies und das gesamte Ökosystem auswirkt, lässt sich kaum abschätzen.
Um diese Wissenslücke zu füllen, haben Paula Redondo-Hasselerharm von der Universität Wageningen und ihre Kollegen nun ein Langzeit-Experiment durchgeführt. Dafür vermischten sie natürliches Sediment mit Mikroplastik- oder noch kleineren Nanoplastikpartikeln. Die Plastikkonzentration lag dabei bei 0,005, 0,05, 0,5 und 5 Prozent pro Sediment Trockengewicht. Zum Vergleich: Im Rhein wurden in den Ufersedimenten schon einmal Konzentrationen von bis zu 0,1 Prozent Plastik nachgewiesen. Behälter mit diesen Mischungen sowie Kontrollbehälter ohne Plastik setzten die Wissenschaftler in das Sediment eines Wassergrabens, in dem eine für viele stehende Gewässer wie Kanäle, Teiche und Seen typische Gemeinschaft von Bodenorganismen lebte. Nach drei und 15 Monaten überprüften sie dann, welche und wie viele Organsimen sich in den Proben tummelten.

Weniger Würmer
Die Auswertungen ergaben: Wie erwartet stieg die Zahl der Organismen in den Behältern im Laufe der Zeit an – sie wurden also von den Sedimentbewohnern besiedelt. Abhängig von der Plastikkontamination zeigten sich dabei allerdings deutliche Unterschiede. So hatte die Plastikkonzentration einen negativen Effekt auf die Gesamtzahl der im Sediment vorkommenden Makroinvertebraten. Sowohl in den mit Mikro- als auch in den mit Nanoplastik angereicherten Proben zählten die Forscher nach 15 Monaten bei der höchsten Kunststoffkonzentration deutlich weniger dieser wirbellosen Tiere als in den geringer belasteten Sedimenten.





