Einen neuen Stamm Mikroben, der auf einer anderen Mikrobe lebt, haben Wissenschaftler von der Universität Regensburg im Wasser heißer vulkanischer Quellen entdeckt. Karl Stetter und seine Kollegen fanden die Lebensform in 120 Metern Tiefe vor der Nordküste Islands, berichtet die Fachzeitschrift Nature (Ausgabe vom 2. Mai, S. 63).
Die Mikroben, denen die Forscher den Namen Nanoarchaeota gegeben haben, haben lediglich einen Durchmesser von 400 Millionstel Millimeter. Daher rührt auch ihr Name: Nano steht für Zwerg und Archaea für die Lebensform. Die neu entdeckten Mikroben können vermutlich nur auf ihrem Wirt, der Mikrobe Ignicoccus, überleben. Bisher ist aber noch unbekannt, was die Mikroben genau von ihrem Zusammenleben haben. Sie lieben beide hohe Temperaturen: In der Nähe des Siedepunkts des Wassers gedeihen sie am Besten.
Neben den Bakterien und den Eukaryoten, zu denen die Tiere und Pflanzen zählen, bilden die Archaea eine der drei Grundlebensformen auf der Erde. Viele Archaea leben unter außergewöhnlichen Bedingungen. Beispielsweise können sie extremen Salzkonzentrationen und hohen Drücken standhalten.
ddp/bdw – Florian Sander





