Schließlich werden sie selber viel eher zur Beute von allen möglichen Tieren. Sie sind die Nahrungsgrundlage von Spinnen, Fröschen und Vögeln. Ihre ökologische Funktion geht sogar noch darüber hinaus; im hohen Norden weichen die Rentier-Herden vor den Mückenschwärmen in höher gelegene Gebiete zurück – auf diese Weise bleibt sichergestellt, dass die karge Vegetation in den Tälern nicht komplett gefressen oder kaputtgetreten wird. Und noch eine Funktion haben Mücken: Sie sind wichtige Überträger von Krankheiten und damit Hilfskräfte der Evolution. Denn Krankheiten halten Populationen genauso gesund wie Beutegreifer. Das Schwache wird ihr erstes Opfer und sie greifen um sich, wenn zu viele Individuen in einem bestimmten Terrain leben. So bleibt sichergestellt, dass Ökosysteme weiter leben und sich entwickeln.
Zumindest kann man einmal darüber nachdenken, bevor die nächste Mücke als roter Fleck auf dem Unterarm endet.
PS: Wer der deutschen Mückenforschung etwas Gutes tun will, kann am Mückenatlas mitwirken. Einfach Mücke in einem leeren Marmeladenglas fangen, über Nacht einfrosten, in eine leere Streichholzschachtel stecken und an die Macher des Atlas schicken. Damit die Mückenart bestimmt werden kann, darf das Tier nicht Mus sein!
Bild: Steffen Niclas – Fotolia.com
Anmerkung
Den Kommentar hat Peter Laufmann für unseren wöchentlichen Newsletter geschrieben. Dort finden sich regelmäßig auch Links auf Veranstaltungen.





