Artenreiche Ökosysteme produzieren bei erhöhter Kohlendioxidkonzentration der Luft und höherem Stickstoffgehalt im Boden mehr Biomasse als artenarme Ökosysteme, berichteten Peter B Reich von der University of Minnesota, St. Paul und seine Kollegen in der neuesten Ausgabe von Nature.
Den Wissenschaftlern war bereits bekannt, dass durch die Erhöhung der Kohlendioxidkonzentration in der Luft oder durch die Düngung mit Stickstoff die Biomasseproduktion von Pflanzen erhöht wird. Sie untersuchten nun erstmals den Zusammenhang zwischen der Kohlendioxidkonzentration der Luft, dem Stickstoffgehalt des Bodens und der Biodiversität eines Ökosystems.
Sie führten ihre Studie mit Grasflächen durch, auf denen verschieden viele Pflanzenarten wuchsen. Die Flächen wurden mit unterschiedlichen Mengen Stickstoffs gedüngt und mit zusäzlichem Kohlendioxid in der Luft versorgt. Die oberirdische und unterirdische Pflanzenmasse nahm mit zunehmender Artenvielfalt zu. Die erhöhte Kohlendioxidkonzentration förderte vor allem das unterirdische Wachstum, der erhöhte Stickstoffgehalt verstärkte die oberirdische Biomasseproduktion.
Angesichts der weltweit zurückgehenden Artenvielfalt bedeutet das, dass die Ökosysteme trotz steigender Kohlendioxidkonzentration in der Luft und steigendem Stickstoffgehalt des Bodens weniger zusätzlichen Kohlenstoff binden können.
Ralf Möller





