Der Untergang der Welt der Dinosaurier am Ende der Kreidezeit ist das bekannteste Massenaussterben der Erdgeschichte – doch ein noch deutlich umfangreicheres hatte sich bereits viel früher abgespielt: Vor etwa 252 Millionen Jahren verschwanden rund 96 Prozent der Meereslebewesen und rund 75 Prozent der Landwirbeltiere. Als Hauptgrund
für den Zusammenbruch der Ökosysteme gilt der starke Vulkanismus am Ende des Perm-Zeitalters, als die kontinentale Kruste der Erde noch aus dem Superkontinent Pangaea bestand.
Wie lief das höllische Drama ab?
Konkret belegen gigantische Lagerstätten von Flutbasalt: Vor etwa 252 Millionen Jahren begann es im heutigen Sibirien gewaltig zu brodeln. Riesige Vulkansysteme setzten dort über lange Zeit hinweg enorme Mengen Treibhausgase frei und brachten damit katastrophale Prozesse in Gang, denen die meisten Lebewesen der damaligen Zeit nicht gewachsen waren. Über die Details der Abläufe gibt es allerdings noch immer viele offene Fragen. Beispielsweise ist unklar, in welchen Schritten und Zeiträumen sich das Massenaussterben abgespielt hat.
Die Studie der Forscher um Christopher Fielding von der University of Nebraska-Lincoln legt nun nahe, dass der erste Akt des Dramas von einer giftigen Nickelwolke geprägt gewesen sein könnte: Demnach haben die Eruptionen im heutigen Sibirien in einer bestimmten Phase enorme Mengen an Nickel-Aerosolen freigesetzt. Vor allem im Süden Pangaeas führte dies zu einem Zusammenbruch der Pflanzenwelt. Dieser Schlag erfolgte allerdings bereits 400.000 Jahre vor dem großen Aussterben der Meerestiere, geht aus den Ergebnissen hervor. Es handelt sich somit um einen Hinweis, demzufolge sich die katastrophale Entwicklung in Schüben innerhalb eines vergleichsweise langen Zeitraums abgespielt hat.
Die Ergebnisse basieren auf einer Untersuchung von Sedimentgesteinen der südöstlichen Klippen Australiens. Dort entdeckten die Forscher neben fossilen Spuren von Pflanzen überraschend hohe Nickelkonzentrationen, die nicht aus lokalen Quellen stammen konnten. Fielding und seinen Kollegen zufolge deuten die Ergebnisse darauf hin, dass sich das Element dort am Ende des Perm-Zeitalters niedergeschlagen hat. Als Erklärung kommt der Vulkanismus im heutigen Sibirien in Frage: Vermutlich war dort ein Nickelvorkommen der Lava ausgesetzt gewesen und es bildeten sich Aerosole, die durch die damaligen Luftströmungen weit nach Süden verdriftet wurden.





