Ein Genfer Pharmazieprofessor hat eine hochwirksame Verbindung im Kampf gegen das Aids-Virus entdeckt: Das Molekül NU 1320 soll zwei Millionen Mal wirksamer sein als der bisher angewandte Hemmstoff AZT, teilte die Schweizerische Depeschenagentur (sda) mit Verweis auf die Universität Genf am Dienstag mit. Es wurde bislang aber erst im Labor erprobt.
Die Anfang des Jahres patentierte Verbindung ist Gegenstand eines Lizenzvertrags zwischen der Universität Genf und dem französischen Labor Mayoly Spindler. Ziel ist die Entwicklung eines neuen Medikamentes.
Die Wissenschaftler stellten nach Angaben der Universität fest, dass NU 1320 das Virus daran hindert, sein Erbgut im Zellkern von speziellen Abwehrzellen (Lymphozyten) zu deponieren. Der Hemmstoff weise zudem zwei weitere Vorteile auf: Es sei kaum giftig für die menschlichen Lymphozyten und orte sein Ziel sehr präzise.
Andererseits sei auch der neu entdeckte Hemmstoff – wie bereits seine Vorgänger – gegen resistente Viren wenig wirksam. Dieser Effekt könne jedoch durch die Anwendung von Multitherapien gemildert werden, etwa durch die gleichzeitige Verwendung von NU 1320 und AZT. Der Wirkstoff NU 1320 sei im Labor bei rund 30 verschiedenen Virenstämmen erprobt worden, insbesondere an solchen afrikanischer Herkunft, heißt es in der Universitäts-Mitteilung weiter.
dpa





