Das Protein p53 bremst bei Labormäusen die Ausbildung von Tumoren, lässt die Tiere jedoch schneller altern. Das haben Wissenschaftler um Lawrence Donehower vom Baylor College of Medicine in Houston durch Zufall entdeckt. p53 ist bisher nicht mit der Alterung in Verbindung gebracht worden. Es spielt beim Schutz der Zellen vor Tumoren eine entscheidende Rolle. Über ihre Studie berichten die Biomediziner in Nature (Vol. 415, S. 45).
Ursprünglich wollten die Wissenschaftler Knock-out-Mäuse schaffen, denen eine Kopie des Gens für p53 fehlt. Es gelang jedoch nur, einen Teil einer Kopie des Gens auszuschalten. Die genetisch so veränderten Labormäuse wiesen zur Überraschung der Forscher weitaus weniger Tumoren auf als normale Mäuse.
Donehower stellte fest, dass durch die eine mangelhafte Kopie des Gens für p53 die zweite, vollständige Kopie vermehrt das Protein p53 produzierte. So hatten die genetisch veränderten Mäuse sogar mehr von dem Protein p53 als normale Mäuse. Als Folge bildeten die mutierten Mäuse weniger Tumoren. Doch der Preis für die niedrige Krebsrate war hoch: Die mutierten Mäuse alterten schneller und ihre Lebensspanne war um etwa zwanzig Prozent geringer als die der normalen Mäuse.
Das neu entdeckte Gleichgewicht zwischen Krebs und Altersschwäche werfe einen dunklen Schatten auf die Bemühungen von Forschern, die Lebensspanne zu verlängern, kommentieren die Forscher. Tom Kirkwood von der University of Newcastle upon Tyne glaubt dennoch: “Wir sind in der Lage, einen Weg zu finden, der die molekularen Mechanismen des Alterns aufhält, ohne jedoch zwangsläufig den Tumorwachstum anzuregen. Es gibt keinen Grund, warum man nicht einen besseren Schutz gegen Krebs und ein langes Leben erreichen sollte.”
Nicole Waschke





