In ihren jüngsten Untersuchungen zeichnete das Forschungsteam die Balzrufe von gefangenen wilden Hausmäusen erstmals auf und untersuchten diese Aufzeichnungen mit digitaler Audiosoftware auf Faktoren wie Dauer, Tonhöhe und Frequenz. Sie fanden heraus, dass diese Lieder einzelne Passagen enthalten, die wie Fingerabdrücke von einem Individuum zum anderen unterschiedlich sind. Außerdem bestätigten sie, dass die Lieder von Geschwistern einander im Vergleich zu denen nicht verwandter Männchen sehr ähnlich sind. Dies mag erklären, wie Weibchen nicht verwandte Männchen von Brüdern unterscheiden können. Dadurch vermeiden Mäuse offenbar Inzucht.
Interessant ist, dass bei einigen Vogelarten die Männchen mit den komplexesten Gesängen bei der Balz am erfolgreichsten zu sein scheinen. Weitere Studien sind erforderlich, um festzustellen, ob die Komplexität der Lieder der Mausmännchen eine ähnliche Wirkung auf Mausweibchen hat, wie die “sexy Silben” bei Vögeln. Die Laute wilder Hausmäuse unterscheiden sich zudem signifikant von denen der Inzucht-Stämme von Labormäusen. Wilde männliche Mäuse produzieren mehr Silben in hohen Frequenzbereichen als Labormäuse, was mit anderen Untersuchungsergebnissen über genetische Effekte auf Mauslautäußerungen übereinstimmt. “Es scheint, dass Hausmäuse zu einem neuen Modellorganismus für das Studium von tierischem Gesang werden könnten”, sagt Dustin Penn, “wer hätte das gedacht?”





