Als ausgesprochen eigennützig erweist sich die australische Orchidee Chiloglottis trapeziformis: Sie lockt Wespenmännchen mit einem Sexualpheromon an und lässt sich von ihnen bestäuben, entschädigt die Wespen für diesen Liebesdienst aber nicht mit Nektar. Das berichten Florian Schiestl von der Universität Hamburg und seine australischen Kollegen in der Fachzeitschrift Science (Bd. 302, S. 437).
Viele Pflanzen benötigen zur eigenen Bestäubung und Fortpflanzung Insekten wie Bienen oder Schmetterlinge. Normalerweise profitieren jedoch bei solchen Beziehungen beide Partner, denn die Pflanze entlohnt das bestäubende Tier mit Nahrung.
Nicht so die Orchidee Chiloglottis trapeziformis: Die prachtvolle Blume gibt den Wespenmännchen nichts für ihre Bestäubungsdienste. Sie täuscht die Wespenmännchen mit einer einzigen Locksubstanz, die genau dem Sexualpheromon der weiblichen Wespe entspreche, erklären die Forscher. Andere Orchideen lockten ihre Bestäuber meist mit einem Cocktail unterschiedlicher Substanzen an, was ihnen möglicherweise einen evolutionären Vorteil bringen könnte.
ddp/bdw ? Stefanie Offermann





