Um die Wege von Herpesviren in Mäusen zu verfolgen, haben amerikanische Forscher mit gentechnologischen Tricks “biologische Leuchtfeuer” an die Viren gekoppelt. Über Tage konnte das Team von der Universität Washington in St. Louis anhand der Leuchtkraft beobachten, welche Körperteile befallen werden, berichtet die Fachzeitschrift “Journal of Virology” (Dezemberausgabe).
Die Forscher um David Leib hängten ein Eiweiß eines Leuchtkäfers an die Viren und spritzten diese in verschiedene Gewebe von Mäusen. In den folgenden neun Tagen injizierte das Team den Tieren regelmäßig die Substanz Luciferin, die das Leuchtkäfer-Eiweiß zum Leuchten bringt, und lichteten die Tiere mit einer speziellen Digitalkamera ab. Die Körperteile leuchteten rötlich in unterschiedlicher Stärke ? je nachdem, wie viele Viren im Gewebe wüteten.
Das Licht sehe man durch die Gewebe hindurch, weil es einen starken Rotanteil hat, erklärt Leib. Rotes Licht dringt besonders leicht durch Gewebe: Deckt man etwa eine Taschenlampe mit den Fingern zu, schimmert es rot, weil nur dieser Teil des Lichtes passieren kann. Mit der Technik könne erstmals eine Vireninfektion am lebenden Tier verfolgt werden, sagen die Biologen. Bislang mussten Forscher dazu mehrere Tiere infizieren und in regelmäßigen Abständen töten. Diese Methode war nicht nur wegen Aspekten des Tierschutzes bedenklich, die Ergebnisse waren auch schwierig zu interpretieren: Nicht jede Maus werde auf den gleichen Wegen von Herpesviren befallen, sagt Leib.
In den nächsten Versuchen wollen die Forscher testen, welche Teile des Immunsystems wichtig zur Bekämpfung einer Herpesinfektion sind. Dazu infizieren sie Mäuse, die bestimmte Immundefekte haben, mit dem leuchtenden Virus. Bereits geprüft haben sie das Virenmittel Valacyclovir. Es bewrikte, dass die Körperteile deutlich schwächer leuchteten.
ddp/bdw – Marcel Falk





