Der Titel soll auf die Bedeutung der oft wenig beachteten Vertreter der Mollusken und auf ihre Bedrohung aufmerksam machen: Zum vierten Mal haben die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und die internationale Gesellschaft für Molluskenforschung den internationalen Wettbewerb zur Wahl des „Internationalen Weichtiers des Jahres“ organisiert. Zunächst wurden im vergangenen Jahr erneut Wissenschaftler und auch Laien dazu aufgerufen, eine Schnecken-, Muschel- oder Kopffüßer-Art für den Titel zu nominieren. Aus den Vorschlägen wählte anschließend ein Experten-Kuratorium zunächst fünf Finalisten aus, über die dann öffentlich abgestimmt werden konnte. Jetzt hat die Senckenberg Gesellschaft das Ergebnis der Onlinewahl präsentiert, an der über 6000 Personen teilgenommen haben.
Konkurrenten buchstäblich in den Schatten gestellt
Die Siegerin ist die kleine Landschnecke Phuphania crossei aus den Tropenwäldern Thailands. Sie wurde von Arthit Pholyotha von der Chulalongkorn University in Bangkok nominiert und konnte sich gegen zwei weitere Schnecken-Arten, eine Muschel und einen Tintenfisch durchsetzen.

Auf den ersten Blick wirkt sie mit ihrem bräunlich gezeichneten Häuschen und dem gelblichen Körper eigentlich unscheinbar. Doch Phuphania crossei konnte ihre teils spektakulär aussehenden Konkurrenten offenbar durch ihre Strahlkraft in den Schatten stellen: Die Schnecke erzeugt in bestimmten Zellen ihres Fußes und Mantels ein grünliches Leuchten, das sogar bei Tageslicht erkennbar ist. Sie kann es permanent erstrahlen lassen oder aber ausschalten. Das Fachwort heißt dabei Biolumineszenz: Diese Form der Lichterzeugung auf biochemischem Wege ist von verschieden Lebewesen aus unterschiedlichen Tiergruppen bekannt – das berühmteste Beispiel ist wohl das Glühwürmchen.
„Wir kennen einige Weichtiere, die leuchten können, wie zum Beispiel einige Tintenfische oder Nacktschnecken. Die meisten Arten mit dieser Eigenschaft leben jedoch im Meer. Daher ist eine leuchtende Landschnecke etwas Besonderes. Dass Phuphania crossei zu diesen wenigen Arten zählt, haben wir erst 2023 entdeckt, als wir sie genauer erforscht haben“, berichtet Pholyotha. In ihrer Veröffentlichung über die Schnecke berichten der Weichtierforscher und seine Kollegen zudem, dass diese Art neben der Lichterzeugung auch eine weitere schimmernde Besonderheit hervorbringt: Durch die Bestrahlung mit ultraviolettem Licht wird die Schnecke zusätzlich zu einem Fluoreszenz-Leuchten angeregt. Pholyotha und sein Team würden nun gern genauer erforschen, welche evolutionären Vorteile diese Tiere durch die aufwendigen Investitionen in die Lichteffekte gewinnen.





