US-Forscher haben ein Mittel zur Vorbeugung gegen eine schwer entstellende Infektionskrankheit gefunden, die kutane Leishmaniase, auch Orientbeule genannt. Unter ihr leiden Millionen von Menschen weltweit, die meisten in armen und medizinisch schlecht versorgten Entwicklungsländern. Leishmaniasen werden von einem Parasiten verursacht, den Sandfliegen (Phlebotomus papatasi) mit ihrem Stich übertragen. Mit eben diesen Fliegen, jedoch den nicht infizierten, wollen die US-Forscher jetzt dem schlimmen Leiden ein Ende bereiten.
Shaden Kamhawl von den Staatlichen Gesundheitsforschungsinstituten der USA in Bethesda bei Washington und Kollegen berichten in “Science” (Bd. 290, Nr. 5495, S. 1351), dass der Stich nicht infizierter Sandfliegen im Tierversuch vor der späteren Ansteckung durch ein infiziertes Insekt schützte. Sie gehen davon aus, dass eine oder mehrere Substanzen in dem Speichel der Sandfliege präventiv wirken, und wollen deshalb einen Impfstoff aus dem Fliegenspeichel entwickeln.
Laut “Science” rief der Stich der nicht infizierten Insekten bei Mäusen eine starke Abwehrreaktion mit Langzeitwirkung gegen den Leishmania-Parasiten hervor. Die Entdeckung könnte nach Ansicht der US-Forscher möglicherweise auch für andere, von Insekten übertragene Krankheiten (wie Malaria) Bedeutung haben.
Leishmaniasen oder Hautleishmaniasen äußern sich etwa zwei bis drei Wochen nach der Infektion durch die Sandfliege in kleinen Knötchen, die später aufbrechen und schwere Missbildungen und Narben im Gesicht hervorrufen. Die akute Krankheit ist im allgemeinen nach sechs bis 15 Monaten abgeschlossen. Nur in jedem zehnten Fall setzt sich der Krankheitsverlauf als Lupus ähnliche Störung des Immunsystems weiter fort.
dpa





