Babys in Entwicklungsländern kommen oft mit einem zu geringen Geburtsgewicht auf die Welt. Schuld daran könnte unter anderem die Nutzung von offenen Feuerstellen sein, die in diesen Ländern besonders häufig sind. Dies haben kanadische Wissenschaftler in einer Studie herausgefunden, die sie in der Zeitschrift “Environmental Health Perspectives” (Vol. 110, No. 1, January 2002 ) veröffentlicht haben.
Ihre Untersuchung führten Erick Boy und seine Kollegen von der Micronutrient Initiative in Ottawa in der westgualtematekischen Provinz Quetzaltenango durch. Es beteiligten sich 1.717 Mütter mit ihren Babys, die innerhalb von 72 Stunden nach der Geburt gewogen worden waren. Die Forscher erhoben von den Frauen Daten über deren körperlichen Gesundheitszustand, ihre Einkommensverhältnisse sowie über die Art der Herde oder Feuerstellen, über die sie verfügten.
Von den 1.717 Müttern kochten mit Brennholz in einer offenen Feuerstelle, 489 hatten einen Holzofen mit Schornstein und 357 benutzten Strom oder Gas. Die Frauen, die an offenen Feuerstellen kochten, hatten zu einem etwas höheren Prozentsatz Babys, die zu leichtgewichtig auf die Welt gekommen waren (19,9% gegenüber 16,8% Frauen mit Ofen und Schornstein und gegenüber 16% Frauen mit Strom- oder Gasnutzung).
Obwohl der Unterschied gering ist, ist er den Forschern zufolge doch statistisch signifikant. Erick Boy und seine Kollegen führen das höhere Risiko der Babys, als ein Leichtgewicht auf die Welt zu kommen, darauf zurück, dass durch ein offenes Feuer deutlich mehr Kohlenmonoxid freigesetzt wird als bei den anderen Feuerquellen.
Menschen, die zuviel Kohlenmonoxid ausgesetzt sind, haben eine ähnliche Konzentration von Kohlenmonoxidhämoglobin im Blut. Bei Embryos im Mutterleib bewirkt eine zu hohe Konzentration von Kohlenmonoxidhämoglobin Wachstumsverzögerung und geringes Geburtsgewicht. Babys mit einem zu geringen Geburtsgewicht haben ein größeres Risiko, in der frühen Kindheit zu erkranken oder zu sterben.
Doris Marszk





