Amerikanische Forscher haben eine natürliche Kennzeichnung bei Lachsen gefunden: Die chemische Struktur der so genannten Gehörsteinchen (Otolithe) ermöglicht es, Herkunft und Wanderungen der bedrohten Tiere genau nachzuvollziehen, berichtet der New Scientist in seiner Online-Ausgabe.
Indem sie die Anteile an Strontium-Isotopen in den Gehörsteinchen maßen, konnten die Wissenschaftler haargenau festlegen, in welchem Fluss der Lachs lebte und auch die Zeiten und Routen seiner Wanderungen bestimmen. Um die Messwerte mit einem Ort verbinden zu können, analysierten die Forscher den Gehalt an Strontium-Isotopen in allen Flüssen der Ost-Küste der Vereinigten Staaten.
“In einer Zwei-Jahres-Spanne konnten wir die monatlichen Bewegungen der Fische verfolgen”, sagt Brian Kennedy, Geologe an der University of Michigan. Solch exakte Aufzeichnungen, wo die Fische ihr Leben verbrachten, seien noch nie gelungen. Genau zu wissen, wo die Lachse leben und wann sie wohin wandern, ermöglicht es Biologen, in Lachsfarmen aufgezogene Fische mit bestmöglichem Erfolg in die Wildnis entlassen.
Die Kennzeichnung hat den enormen Vorteil, dass sie jedem Tier eingebaut ist. Um die Gehörsteinchen analysieren zu können und die Geschichte des Lachses zu entschlüsseln, muss man den Lachs allerdings töten. “Es wäre großartig, das gleiche auch mit den Schuppen der Tiere machen zu können, so dass man den Fisch nicht umbringen muss”, sagt Eric Volk, Fischexperte am Washington State Department of Fish and Wildlife.
Die Gehörsteinchen der Fische bestehen aus Kalzium-Karbonat, das in einzelnen Schichten abgelagert wird ? ähnlich wie bei den Jahresringen der Bäume. Wenn das umgebende Wasser Strontium-Isotope enthält, nehmen die Steinchen auch dieses Element zu einem bestimmten, charakteristischen Teil auf. Die Methode, diese Strontium-Isotope in den Gehörsteinchen zu messen, ist sehr zuverlässig, da sich der Strontium-Anteil in den Gewässern mit der Zeit kaum ändert.
Cornelia Pfaff





