Depressionen während der Schwangerschaft sind häufiger als nach der Geburt. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of Bristol mit mehr als 9.000 Teilnehmerinnen gekommen. Die Depressionen erreichten kurz vor der Geburt in der 32. Schwangerschaftswoche den Höchstwert. Der leitende Wissenschaftler Jonathan Evans erklärte gegenüber der BBC, dass antenatale Depressionen mindestens so ernst zu nehmen seien wie postnatale, schreiben die Forscher im British Medical Journal.
Für die aktuelle Studie wurden Frauen aus dem Avon-Gebiet befragt, deren Kinder zwischen April 1991 und Dezember 1992 auf die Welt kommen sollten. In einer Reihe von Fragebögen schilderten sie in der 18. und 32. Schwangerschaftswoche sowie acht Wochen und acht Monate nach der Geburt ihre Stimmungen. Für die Bewertung der Antworten wurden klinisch anerkannte Maßstäbe herangezogen. Bei der ersten Befragung machten 11,8 Prozent Angaben zu Depressionen, bei der zweiten 13,5 Prozent. Diese Werte sanken nach der Geburt von 9,1 Prozent schließlich auf 8,1 Prozent.
Die Autoren der Studie betonen, dass die Einschätzungen der Teilnehmerinnen nicht unbedingt mit einer klinischen Diagnose übereinstimmen müssen. Trotzdem seien Depressionen nach der Geburt mehr Aufmerksamkeit zu schenken und weitere Forschungen notwendig. Evans erklärte, dass man nicht überrascht sein solle, wenn eine Frau während der Schwangerschaft depressiv sei. “Vielfach wird davon ausgegangen, dass Frauen in dieser Zeit aufblühen. Das muss nicht der Fall sein.” Die aktuellen Forschungsergebnisse legten vielmehr nahe, dass die Schwere und Art der Depression vor und nach der Geburt gleich sind.
pte





