Die Deutsche Krebshilfe hat eine bundesweite Registrierung von Krebserkrankungen gefordert. In diesem Zusammenhang sei auch eine Meldepflicht für Tumorerkrankungen notwendig, sagte die Präsidentin der Organisation, Thüringens Wissenschaftsministerin Dagmar Schipanski (CDU), am Montag bei der Vorstellung des Jahresberichts in Berlin. Krebsregister gibt es bisher in mehreren Bundesländern. Deren Daten werden am Berliner Robert Koch-Institut in einer Arbeitsgemeinschaft gesammelt.
Ein bundesweites Krebsregister sei eine wichtige Voraussetzung für die Forschung nach den Krebsursachen und damit für Prävention und Früherkennung. “Wer kämpfen will, muss seine Gegner kennen”, betonte Schipanski. Daher sei es untragbar, dass Deutschland in diesem Bereich ein “Entwicklungsland” sei. Schätzungen zufolge erkranken bundesweit jährlich etwa 350 000 Menschen neu an Krebs. Genaue Zahlen fehlen nach Angaben der Krebshilfe aber bislang.
Die Deutsche Krebshilfe, die 1974 von der damaligen Bundespräsidenten-Gattin Mildred Scheel gegründet wurde, finanziert sich ausschließlich aus Spenden. Im vergangenen Jahr kamen den Angaben zufolge knapp 133 Millionen Mark (68 Mio Euro) zusammen. Im Vorjahr hatte die Krebshilfe Einnahmen in Höhe von 140 Millionen Mark verzeichnet.
Von den Spenden des Jahres 2000 wurden nach den Worten des Vorstandsvorsitzende Hans-Joachim Möhle 78,6 Millionen Mark für insgesamt 156 Einzelprojekte ausgegeben, die sich mit der Versorgung von Krebspatienten und der Forschung für neue Therapien befassen. Die Palliativ-Medizin, die unheilbar Kranken eine Linderung ihrer Beschwerden ermöglicht, sei dabei mit 8,1 Millionen Mark besonders stark vertreten.
dpa





