Bei der Verbrennung von Kohle entsteht giftiges Quecksilber, das Luft und Wasser verunreinigt und sich in Böden ablagert. Dies untermauert eine neue Studie aus den USA.
Forscher vom Rensselaer Polytechnic Institute fanden auf dem Grund des Sees im New Yorker Central Park Quecksilber-Werte, die zehnmal höher waren als in Industriegebieten. “Die Quecksilber-Ablagerung im Boden ist die höchste, die ich jemals gesehen habe”, sagt Richard Bopp, Professor für Umweltforschung am Institut.
Die von Bopp und seinem Team untersuchten Sedimente ließen sich bis 1860 zurückdatieren. Historische Aufzeichnungen belegen, dass private Haushalte und Industrie zu der Zeit große Kohlemengen verfeuerten. Am höchsten waren die Quecksilberwerte in Ablagerungen aus den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts. Die Nutzung von Kohle in New York war damals auf dem Höhepunkt.
Die Forschungsergebnisse sind von Bedeutung, da in den USA wegen der Energiekrise in Kalifornien derzeit der Bau weiterer Kohlekraftwerke diskutiert wird. Wie Hochrechnungen der US-Umweltbehörde Environmental Protection Agency (EPA) ergaben, würde sich der Ausstoß gesundheitsschädlicher Luftschadstoffe in diesem Fall bis zum Jahr 2010 um zehn bis 30 Prozent erhöhen. Nach Angaben der EPA blasen US-Kohlekraftwerke bereits heute jährlich 52 Tonnen Quecksilber in die Luft. Weltweit sind es rund 5.000 bis 10.000 Tonnen pro Jahr. Eine Tonne Kohle enthält ein Gramm Quecksilber.
“Wir müssen uns der Frage stellen, welche Kontrollen bei Kohlekraftwerken angebracht sind”, sagt Bopp. Auch die EPA hält es für bewiesen, dass die in Luft, Wasser und Boden gemessenen Quecksilberkonzentrationen durch Kohlefeuerungen verursacht werden. Frühere Studien gingen davon aus, dass die quecksilberhaltigen Ablagerungen im See des Central Parks durch die Verbrennung von Müll entstanden.
Almut Bruschke-Reimer





