Durch den Klimawandel werden Hitzeextreme häufiger und intensiver. Extremtemperaturen und wiederholte Hitzewellen wie in diesem Jahr wären laut aktuellen Analysen von Klimaforschern ohne die globale Erwärmung nahezu unmöglich gewesen. Wetterbedingungen, die früher noch als „Jahrhundertsommer“ galten, treten inzwischen häufiger auf. Als ein solcher Jahrhundertsommer gelten Wetterbedingungen, die statistisch gesehen nur alle hundert Jahre einmal vorkommen. Welche Rolle Veränderungen der atmosphärischen Zirkulation und der Bodenfeuchte für die Häufigkeit solcher Extremsommer spielen, war bislang jedoch unklar.
Wie haben sich Extremsommer durch den Klimawandel verändert?
Ein Forschungsteam um Peter Pfleiderer von der Universität Leipzig hat nun untersucht, wie sich die Jahrhundertsommer durch den Klimawandel verändert haben. Dazu verglichen die Forschenden Jahrhundertsommer im vorindustriellen Klima von 1850 bis 1900 mit Extremsommern, die unter den heutigen klimatischen Bedingungen nur einmal pro Jahrhundert vorkommen dürften. Für die Klimasimulationen nutzte das Forschungsteam ein gängiges Klimamodell und die sogenannte Rare-Event-Sampling-Methode.
Bei dieser Methode beginnen die Simulationen auf Basis verschiedener Ausgangswetterbedingungen jeweils am Anfang des Sommers und werden im weiteren Verlauf darauf überprüft, ob sie sich wirklich zu heißen Sommern entwickeln. Wenn dies nicht der Fall ist, werden die Simulationen frühzeitig abgebrochen, um Rechenzeit zu sparen. „Somit konnten wir mit überschaubaren Rechnerkosten sehr viele sehr heiße Sommer im jetzigen und im vorindustriellen Klima simulieren. Mithilfe dieser Simulationen war es möglich, zu untersuchen, wie sich Jahrhundertsommer über die allgemeine Erwärmung hinaus verändert haben“, erklärt Pfleiderer.
Hitze verlagert sich in den Hoch- und Spätsommer
Die Ergebnisse zeigen, dass Hitzeanomalien heute deutlich stärker von den langjährigen Sommermittelwerten abweichen als früher. Extremsommer sind demnach auch im Verhältnis zum heutigen „normalen“ Sommer heißer geworden. Zudem ist vor allem der Spätsommer mittlerweile deutlich wärmer als der Frühsommer und die Böden sind tendenziell trockener als in Sommern früherer Jahre. „Dadurch gibt es im Spätsommer jetzt einen längeren Zeitraum, in dem günstige Wetterlagen zusammen mit sehr trockenen Böden zu extremer und langanhaltender Hitze führen können“, erklärt Pfleiderer.





