Alle vier Jahre veröffentlicht die Europäische Umweltagentur (EEA) zusammen mit weiteren EU-Stellen einen Bericht über den Klimawandel in Europa und dessen gegenwärtige und zukünftige Folgen für Ökosysteme und Gesellschaft. Ihre im aktuellen Bericht “Climate change, impacts and vulnerability in Europe 2016” zusammengetragenen Ergebnisse machen deutlich, dass auch Europa nicht vom Klimawandel verschont bleibt und erste Folgen bereits messbar sind.
Rekorde auch in Europa
Der Bericht bestätigt unter anderem, dass die letzten drei Jahre auch in Europa gleich mehrere Rekorde gebrochen haben. 2014 und 2015 war es wärmer als je zuvor, der Meeresspiegel an den Küsten erreichte neue Höchststände und die winterliche Meereisfläche in der Arktis sank auf den geringsten Wert seit langem. In den europäischen Polargebieten und den Gebirgsregionen schrumpfen die Gletscher, die Schneebedeckung nimmt ab.
Insgesamt verstärken sich die Klimaunterschiede: In den ohnehin schon regenreichen Regionen Europas nehmen die Niederschläge zu, die niederschlagsärmeren Regionen werden hingegen trockener. In vielen Regionen steigt zudem die Häufigkeit und Intensität von Extremereignissen wie Hitzewellen, Starkregen und Dürreperioden, so die Forscher: “Der Klimawandel hat die Wahrscheinlichkeit solcher Wetterextreme in Europa erhöht.” Den Klimaprognosen nach wird sich dieser Trend in Zukunft fortsetzen.

Schwere Überschwemmungen in Europa von 1980 bis heute (Grafik: EEA)
Die “Hotspots” des Klimawandels
Anfällig für den Klimawandel sind alle Regionen Europas, doch einige sind von den negativen Auswirkungen besonders stark betroffen, wie der Bericht klarstellt. Einer der Hotspots liegt in Süd- und Südosteuropa. Hier sind die Temperaturen und vor allem die Hitzeextreme am stärksten gestiegen, gleichzeitig gehen die Niederschläge zurück und die Flusspegel sinken. In dieser Region besteht daher erhöhte Gefahr für Dürren, Ernteausfälle und Waldbrände, auch die Artenvielfalt leidet.
Ein weiterer Hotspot sind die Küsten Westeuropas. Steigende Meeresspiegel und eine mögliche Zunahme von Sturmfluten lassen auch hier die Gefährdung wachsen. Für die marinen Ökosysteme bringt der Klimawandel infolge der Versauerung und zunehmenden Erwärmung der Meere und der Ausweitung der sauerstoffarmen Totzonen ebenfalls weitreichende Veränderungen mit sich. Die europäische Arktis leidet vor allem unter besonders stark steigenden Temperaturen.





