natur: Herr Stieß, Energie und Klimaschutz im Alltag heißt Ihr Forschungsschwerpunkt. Um was genau geht es dabei?
Wir beschäftigen uns beispielsweise mit der Frage “Wie kann Energie sparsamer und nachhaltiger genutzt werden?” In unserer Forschung gehen wir von konkreten gesellschaftlichen Problemen aus, also zum Beispiel Klimawandel, Klimaanpassung oder Klimaschutz. Wir erarbeiten Ergebnisse, die auf solche Probleme anwendbar sind. Das nennen wir transdisziplinär. Damit gemeint ist ein Prozess, der sehr eng mit externen Partnern verknüpft ist. Für Klimaschutz beispielsweise das Energiereferat Frankfurt am Main, das für die kommunale Klimaschutzpolitik zuständig ist. Wir arbeiten ebenfalls eng mit Organisationen, Unternehmen und Initiativen zusammen, die solche Lösungen umsetzen können. Das hilft uns dabei, unsere Forschungsfragen so aufzustellen und zuzuspitzen, dass wir hoffentlich nützliche Ergebnisse erzielen. Also sozial-ökologisch und transdisziplinär – das sind die beiden Schwerpunkte.
Wie gehen Sie bei Ihren Forschungsfragen genau vor?
Wir gehen von der sozialwissenschaftlichen Seite ran und fragen uns “Wie klimafreundlich leben wir?”, “Welche Möglichkeiten haben wir Konsumenten, unseren Lebensstil zu verändern?” und “Wie handeln Menschen klimafreundlich, oder auch nicht?” Dann überlegen wir uns, was eine Stadt wie zum Beispiel Frankfurt am Main dafür tun kann, die ja selber Klimaschutzkonzepte hat und aktiv auch Klimapolitik betreibt. Wir geben Ratschläge, welche Themen eine Rolle spielen, wie eine Beratung aussehen kann und wie man klimafreundlich leben kann. In unserem gerade abgeschlossenen Forschungsprojekt “Klima-Alltag” haben wir ganz konkret analysiert, was Städte wie Frankfurt oder München tun können, um Bürger und Bürgerinnen beim Thema Klimaschutz zu unterstützen – etwa über Energiesparberatungen oder Stromsparprämien.
Wenn wir von den Bürgern sprechen – wie sehr beeinflusst unser Alltagsleben das Klima?
Wie wir uns im Alltag verhalten, hat großen Einfluss auf das Klima. Wenn man alles zusammennimmt, dann wird etwa die Hälfte der Treibhausgasemissionen in Deutschland direkt oder indirekt vom Verhalten und von den Konsumentscheidungen privater Haushalte beeinflusst. Das gilt nicht nur für das Rhein-Main-Gebiet, sondern für ganz Deutschland. In dem Projekt “Klima-Alltag” zeigte sich für die Stadt Frankfurt, dass sich heute schon 20 Prozent der Einwohner in den Bereichen Energienutzung, Mobilität und Ernährung sehr klimafreundlich verhalten.
Was muss ich tun, um klimafreundlich zu leben?






“Main Rheines Klima”