Durch über 25000 Flugtests haben die Forscher rund 2000 Gene identifiziert, die eine Funktion in den Muskeln der Fliegen haben. “Ein Teil dieser Gene wird in allen Muskeln gebraucht”, erklärt Frank Schnorrer, “ein anderer Teil nur in den sehr schnellen, sehr kraftvollen Flugmuskeln.” Dabei gehören die Flugmuskeln der Insekten zu den stärksten Muskeln im Tierreich überhaupt. “Sie können bis zu 100 Watt pro Kilogramm Muskelmasse erzeugen und das über einen langen Zeitraum”, so der Biochemiker, “davon können Bodybuilder oder Tour-de-France-Fahrer nur träumen.” Diese schaffen dauerhaft etwa 30 Watt pro Kilogramm Muskelmasse.
Viele der gefundenen Gene sind auch im Menschen vorhanden und werden dort wahrscheinlich ebenfalls für eine normale Muskelfunktion benötigt. Eine Veränderung dieser Gene führt häufig zu Muskelerkrankungen. So ist beispielsweise bekannt, dass Mutationen in den Laminin-Genen für eine bestimmte Form von degenerativen Muskelerkrankungen, die Muskeldystrophie, verantwortlich sind. “Das Wissen über solche Zusammenhänge könnte in Zukunft helfen, Muskelerkrankungen früher zu erkennen und individuell zu behandeln”, hofft Frank Schnorrer.





