Kleine Bäche sind nicht einfach nur Rinnsale, die Nährstoffe in Seen und Meere spülen ? es sind pulsierende Ökosysteme. Und gerade die kleinsten von ihnen beseitigen immerhin gut die Hälfte des anorganischen Stickstoffs, der in sie eingetragen wird. Das berichten Wissenschaftler der Kansas State University im Wissenschaftsmagazin Science nach dreijähriger Forschungsarbeit an nordamerikanischen Gewässern.
Nach Ansicht der Wissenschaftler trägt vor allem der Mensch beispielsweise durch immer größeren Düngemitteleinsatz und Rieselfelder dazu bei, dass große Mengen an Stickstoff die Wasserqualität besonders im Unterlauf von Flüssen und Seen und in Küstengewässern verschlechtern. Für ihre Untersuchungen brachten die Forscher in verschiedene Flüsse und Bäche Ammonium und Ammoniak ein und verfolgten den Weg dieser stickstoffhaltigen Substanzen in den verschiedenen Bereichen der Ökosysteme.
Aufgrund dieser Daten wurde dann das Verhalten des Stickstoffs für den gesamten Fluss modelliert. Diese Hochrechnungen der verschiedenen Fließgewässer verglichen die Wissenschaftler anschließend miteinander. Es stellte sich heraus, dass die eingebrachten Stickstoffsubstanzen in den kleinen Bächen bereits nach wenigen hundert Metern weitestgehend von Organismen aufgenommen wurden und nur noch auf dem Gewässerboden nachzuweisen waren. Dadurch wird ein überaus bedeutender Reinigungseffekt erzielt.
Der Schutz besonders der kleineren Bachläufe ist nach Ansicht der Wissenschaftler somit von wesentlicher Bedeutung für die Reduzierung des Stickstoffeintrages in Flüsse, Seen und Meere sowie bei den Bemühungen um eine Verbesserung der Wasserqualität.
Olaf Elicki





