Kieler Wissenschaftler möchten mit einem Forschungsprojekt die “Migräne-Schalter im Kopf” finden. Dabei solle das genetische Muster entdeckt werden, das für die heftigen Kopfschmerzen mitverantwortlich sei, berichtete der Leiter der Kieler Schmerzklinik, Hartmut Göbel.
Die Krankheit ist laut Göbel oft erblich bedingt. So würden Kinder von Migräne-Patienten vier Mal öfter an den Schmerzen leiden als andere Menschen. Projektziel sei die Entwicklung neuer Migräne-Therapien.
Nach Angaben des Neurologie-Professors leiden neun Millionen Deutsche unter Migräne, drei viertel von ihnen Frauen. Migräne-Kranke erleiden drei Mal häufiger Schlaganfälle, und haben eine wesentlich höhere Selbstmordrate als gesunde Menschen. “Der Leidens-, aber auch der ökonomische Druck der Krankheit auf Gesellschaft und Wissenschaft ist enorm”, sagte Göbel. Die gesamtgesellschaftlichen Kosten werden europaweit auf 40 Milliarden Euro geschätzt.
Trotz umfangreicher Forschung sei die molekulare und genetische Struktur der Krankheit noch weitgehend unbekannt. Im Rahmen des dreijährige Forschungsprogramms sollen 250 Familien mit Migräne-Erkrankungen untersucht werden. An dem Projekt beiteiligt seien auch Teams aus Bonn und Berlin.
dpa





