Kulane (Equus hemionus kulan) sind asiatische Wildesel, die einst in großen Herden die Torgai-Steppe in Kasachstan durchstreiften. Durch Jagd und Wilderei verschwanden sie jedoch vor mehr als einem Jahrhundert vollständig aus dieser weitläufigen Landschaft. Nur in einigen Naturreservaten und Nationalparks in Zentralasien konnten einige hundert der wilden Huftiere bewahrt werden. Seither sind nicht nur diese Eselart, sondern auch ihr einstiger Lebensraum, die Graslandökosysteme der Torgai-Steppe, stark bedroht.

Schrittweise Wiederansiedlung der Kulane
Forschende und Naturschützer arbeiten daher daran, diese Schlüsseltierart im Altyn-Dala-Reservat in der unbewohnten Steppenregion Kostanay wieder anzusiedeln. Dafür siedeln sie seit 2017 jährlich ein paar Dutzend Kulane aus anderen Teilen Kasachstans um, wo die Tiere bereits in geringer Zahl wieder vorkommen. Durch diese Umsiedlungen gibt es nun auch in der Torgai-Steppe wieder eine kleine Kulan-Population. Örtliche Ranger dokumentieren seit einigen Jahren auch wiederholt Fohlengeburten. Damit steigt die Chance auf eine langfristige Erholung des Kulan-Bestandes in der Steppe. Doch noch ist unsicher, ob die Population sich wirklich an ihr neues Reservat anpassen und dort überleben kann.
Um diese Chance weiter zu steigern, hat das Team von der Altyn Dala Conservation Initiative (ADCI) nun erneut einige Kulane umgesiedelt. Die Wildesel wurden dabei erstmals über den Landweg vom Altyn-Emel-Nationalpark zum mehr als 2000 Kilometer entfernten Reservat in Zentralkasachstan transportiert, statt sie einzufliegen. Dort verbrachten die Wildesel ein ganzes Jahr in einem betreuten Akklimatisierungsgehege, um sich von der langen Reise zu erholen. In dem Gehege wurden sie auch tierärztlich versorgt und auf die Futtersuche in freier Wildbahn vorbereitet. Dabei bildeten die Huftiere eine enge Gruppe ohne aggressives Verhalten oder soziale Probleme. Das ist für diese intelligenten, wachsamen und sensiblen Wildesel nicht selbstverständlich, wie das Team betont. Anschließend ließen die Forschenden die gesunde Kulan-Gruppe im August 2025 im Altyn-Dala-Reservat frei und siedelten sie somit wieder in freie Wildbahn aus.







