Wenn Frauen Stress erleben, reagieren sie auf ihren Frust hinterher viel stärker mit “Frustessen” als Männer. Das haben amerikanische Forscher in Tests mit Freiwilligen gezeigt. Über ihre Ergebnisse berichten sie in der aktuellen Ausgabe des Journal of Applied Social Psychology.
Sowohl Männer als auch Frauen essen in stressreichen Phasen mehr, hatten frühere Untersuchungen bereits ergeben. Doch wie sich Stress auf das Essverhalten in der Phase nach der Belastung auswirkt, war bisher nicht bekannt. Dies untersuchte nun erstmals eine Forschergruppe um Laura Klein von der Staatsuniversität in Pennsylvania.
Die Probanden, 63 Männern und Frauen im Alter zwischen 18 und 45 Jahren, wurden unter dem Vorwand ins Labor eingeladen, dass die Auswirkungen von Lärm auf ihre Leistung untersucht werden sollen. Nach dem ersten, stressreichen Experiment wurde ihnen jedoch Snacks wie Brezeln, Kartoffelchips, Popcorn, Käse und Schokolade angeboten. Anschließend mussten sie eine Puzzleaufgabe lösen, bei der sich auch zeigen sollte, wie stark die Probanden durch den ersten Versuchsteil frustriert worden waren.
Frauen, deren Frustration besonders hoch war, aßen mehr Snacks als weniger frustrierte Frauen. Insbesondere griffen sie mehr zu fettreichen Knabbereien wie Chips und Schokolade. Männer aßen dagegen unabhängig von der Stärke ihrer Frustration immer in etwa die gleiche Menge Snacks. Zudem ließen sie sich durch den stressreichen Versuch weniger frustrieren und strengten sich bei der Puzzleaufgabe mehr an als Frauen.
“Es könnte also sein, dass Frauen vor allem dann anfällig für Frustessen sind, wenn der Stress bereits vorbei ist”, sagt Klein. “Möglicherweise neigen sie nach einer anstrengenden Woche vor allem an den Wochenenden dazu, aus Frust zu viel zu essen.”
ddp/bdw ? Christine Amrhein





