Walforscher äußert schwere Vorwürfe gegen die Navy
Die Sonargeräte der amerikanischen Marine könnten Walen stärker und direkter schaden, als bisher angenommen. Dies vermutet Ken Balcomb, Leiter des Center for Whale Research, San Juan Islands. Er befürchtet, dass der Schall die Meeressäuger sogar tötet.
Vor allem die neuen Sonargeräte der Navy, die mit sehr niedrigen Frequenzen arbeiten, könnten über die Luftkammern in den Schädeln der Wale einen ungeheuren Lärm verursachen, berichtet der Walforscher in einem Interview mit der “Sun of Bremerton”, Washington. “Die Tiere sterben größtenteils an den Resonanzeffekten in ihren Schädelkammern, die die empfindlichen Gewebe von Hirn und Ohren trennen”, sagt Balcomb.
Ein Sonargerät kann durch das Aussenden von Schallwellen und Auffangen des zurückgeworfenen Echos die Entfernung zwischen dem Schiff und einem anderem Objekt bestimmen. Bisherige Untersuchungen gingen davon aus, dass Wale auf Grund von Sonargeräuschen ihre Orientierung verlieren können, versehentlich stranden und dann sterben. “Zieht man in Betracht, welchen Schaden diese Wale davon getragen haben und wie schnell sie nach dem Stranden gestorben sind, ist diese Theorie offensichtlich absurd”, argumentiert der Walforscher.
In einem Brief an die Navy schildert der als zurückhaltend und umsichtig geltende Forscher seine Bedenken, stößt aber auf taube Ohren. Andere Forschungen sollen ergeben haben, dass die Sonargeräte höchstens einen indirekten Einfluss auf die Tiere hätten.
Cornelia Pfaff





