Text: Kurt de Swaaf
Den Ersten hört man meistens Anfang April – irgendwo im Gebüsch ertönt plötzlich eine schmetternde Vogelstimme. Der Gesang ist durchaus melodiös, kann aber mit bis zu 95 Dezibel Lautstärke nicht wirklich als lieblich gelten. Der Urheber, ein Nachtigall-Männchen, tut damit unmissverständlich den Besitzanspruch auf sein Revier kund und hofft gleichzeitig, eine attraktive Partnerin für die anstehende Brutsaison anzulocken. Letztere dauert normalerweise bis Ende Juni. Schon im August machen sich die Nachtigallen wieder auf den Rückweg zu ihren Winterquartieren, weit weg im tropischen Afrika. Tausende Kilometer Flug, unter anderem quer über die Sahara: eine unglaubliche Leistung für diese im Schnitt nur 20 Gramm schweren Tiere.





