
Auch die letzten “Jahrhundert-Hochwasser” in Deutschland wurden von Starkregen ausgelöst (Foto: mb67/Fotolia)
Das Hoch “Annelie” hat Deutschland in den letzten knapp zwei Wochen reichlich Hitze beschert. Temperaturen von knapp 40 Grad, Sonne pur, nur unterbrochen von einigen Wärmegewittern, brachte den Sommer in seiner extremsten Form zu uns. Ob diese Hitzewelle “normal” ist oder eine Folge des Klimawandels, lässt sich an einem solchen Einzelfall nicht ermitteln. Der Trend aber zeigt klar eine Häufung solcher Hitzeperioden in den letzten 30 Jahren in vielen Regionen der Erde und auch in Deutschland.
Klarer Trend bei Hitzewellen …
So gab es in Hamburg vor 1994 noch gar keine zweiwöchigen Hitzeperioden mit mindesten 30 Grad Tagestemperatur, danach aber bereits vier Mal. Frankfurt am Main erlebte seit 1990 zwölf solcher Hitzewellen, Mannheim sogar 15, wie der Deutsche Wetterdienst berichtet. Dass der Mensch an dieser Entwicklung Mitschuld hat, scheint inzwischen kaum mehr strittig: Bis zu drei Viertel der Hitzewellen würde es heute nicht geben, wenn der Mensch nicht durch seine Treibhausgas-Emissionen das Klima angeheizt hätte, wie Forscher im April 2015 nachwiesen.
… und jetzt auch bei Starkregen
Jetzt berichten Forscher des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) um Jascha Lehmann auch von Starkregenfällen Ähnliches: Bis 1980 sind die hin und wieder auftretenden sintflutartigen Regenfälle in vielen Regionen der Erde noch mit natürlichen Schwankungen zu erklären. Doch seither hat die Häufigkeit dieser Extrem-Niederschläge stärker zugenommen, als es allein durch natürliche Faktoren erklärbar wäre. Das ergab ihre statistische Analyse von Regendaten tausender Wetterstationen weltweit für die Jahre 1901-2010.
Verglichen mit einem Szenario ohne Klimawandel haben solche Rekord-Regenfälle in den letzten rund 30 Jahren weltweit durchschnittlich um zwölf Prozent zugenommen. “Weil der Trend nach oben weist, beträgt die Zunahme von Rekord-Regenfällen im letzten der untersuchten Jahre sogar 26 Prozent”, berichtet Lehmann. Dabei gibt es allerdings starke regionale Unterschiede: In Südostasien gibt es inzwischen sogar 56 Prozent mehr Starkregen-Ereignisse, in Europa immerhin noch 31 Prozent mehr. Dafür sind diese Niederschlags-Spitzen im Westen der USA und im Mittelmeer-Raum um gut 20 Prozent seltener geworden.





