Prominente Biologen und Ökologen wollen das Thema Biodiversität, also die Artenvielfalt, stärker gewürdigt wissen und haben das “International Biodiversity Observation Year (IBOY)” ins Leben gerufen. Mit einem Artikel, der in der Januarausgabe der Zeitschrift “Trends in Ecology and Evolution” erschienen ist, läuten die Wissenschaftler das Jahr der Biodiversität ein. IBOY soll dafür sorgen, dass die Öffentlichkeit sich stärker als bisher für dieses Thema erwärmt.
Diana Wall von der Colorado State University ist Vorsitzende von IBOY und betont, wie wenig man über Artenvielfalt weiß: “Die Wissenschaftler haben bisher etwa 1,75 Millionen Arten beschrieben, aber wir schätzen, dass noch etwa 12 Millionen Arten charakterisiert werden müssen.” Für 99 Prozent der Arten besitzen die Wissenschaftler laut Diana Wall noch keine ausreichenden Informationen über deren Verbreitung, Quantität und ihren Nutzen für Mensch und Umwelt. Es lässt sich bisher kaum abschätzen, wieviele Arten vom Aussterben bedroht sind oder wie gravierend die Folgen des Aussterbens jeweils sein könnten.
Mit dem International Biodiversity Observation Year lehnen sich die Biologen an das “Geophysical Year” an, das Geowissenschaftler in den Jahren 1957 und ’58 ausgerufen hatten. Für diese Initiative hatten ? über viele Grenzen und Forschungsdisziplinen hinweg ? Wissenschaftler auf internationaler Ebene zusammengearbeitet, um die Kenntnisse über die Erde, die Ozeane und die Atmosphäre zu erweitern. IBOY soll Ähnliches für die Artenvielfalt leisten. Nach Meinung der Wissenschaftler, die sich für IBOY zu einem internationalen Team zusammengetan haben, ist die Erforschung der Biodiversität gar die größte Herausforderung des kommenden Jahrhunderts.
Iris Schaper





