Insulin, welches zur Behandlung von Diabetikern verwendet wird, hat offenbar eine gefäßschützende Wirkung, berichten Forscher von der University at Buffalo im US-Bundesstaat New York. Sie konnten erstmals einen anti-entzündlichen Effekt des Hormons nachweisen. Da Entzündungsprozesse an den Blutgefäßwänden zur Entwicklung der Atherosklerose, Arterienverkalkung, beitragen, könnte Insulin bei langfristiger Anwendung vorbeugend wirken.
Zehn freiwillige gesunde Personen hatten in einer Studie Insulin-/Zuckerlösungen über eine Vene infundiert bekommen. Paresh Dandona vom Kaleida Health?s Diabetes-Endocrinology Center of Western New York und seine Kollegen hatten danach im Blut der Versuchspersonen die Reaktion pro- und antientzündlicher Komponenten gemessen.
Dabei stellten sie steigende Konzentrationen von Molekülen fest, die eine Entzündung unterdrücken. Dagegen sanken pro-entzündliche Faktoren in ihrer Konzentration ab. Der Effekt hielt etwa sechs Stunden an. “Da die Atherosklerose ein Resultat einer Entzündung an der Gefäßwand ist, sind wir überzeugt, dass sich für Insulin eine anti-atherosklerotische Wirkung nachweisen lässt”, so Dandona.
Andere Forscher waren bisher der Meinung, Insulin fördere eher die Atherosklerose. Doch das Gegenteil sei der Fall, so Dandona. Die ausführlichen Ergebnisse der Studie sind kürzlich im Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism erschienen.
Dr. Thomas Meißner





